Primärtherapie

Primärtherapie … ist die deutschsprachige Bezeichnung für eine von dem US-amerikanischen Psychologen Arthur Janov entwickelte psychotherapeutische Behandlungsmethode. Sie beruht auf der von ihm entwickelten Primärtheorie, deren Grundlagen er in seinem Erstlingswerk „Der Urschrei“… beschrieben hat.

Die Primärtherapie basiert auf der Annahme, dass frühkindliche schmerzhafte und katastrophale (traumatische) psychobiologische Erfahrungen und Erlebnisse die gesamte Entwicklung und das spätere Leben von Menschen nachhaltig negativ beeinflussen können und dass durch Wiedererleben dieser Erfahrungen und Erlebnisse ihre negativen Auswirkungen gemildert und verringert werden können. …

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Was ist mein gegenwärtiger therapeutischer Stil?

Kurzfassung:

Mein gegenwärtiger therapeutischer Stil ist stark von Personzentrierte Psychotherapie, Focusing, der Gewaltfreien Kommunikation, von einer humanistischen Variante der Hypnotherapie, von der Gestalttherapie bzw. dem Psychodrama, von der NLP-Arbeit und von der Reichianischen Atemarbeit (Rebirthing, Holotrophes Atmen usw.) beeinflusst. Read More „Was ist mein gegenwärtiger therapeutischer Stil?“

Wieso ist Humanistische Psychotherapie ein emanzipatorisches Verfahren?

Die humanistische Psychotherapie strebt an, als Teil der öffentlichen Gesundheitsversorgung zur Approbationsausbildung und zur Abrechnung über die Krankenkassen zugelassen zu werden. Sie versteht sich als Verfahren zur Heilung oder Linderung psychischer Krankheiten. Dabei geht sie davon aus, dass anhaltendes psychisches Leid ein Resultat multipler Entfremdungen ist, die wiederum Aspekte sozialer Verwerfungen auf der gesellschaftlichen Ebene sind. Read More „Wieso ist Humanistische Psychotherapie ein emanzipatorisches Verfahren?“

Was sind „Korrektive Erfahrungen“?

In der humanistischen Psychotherapie hat der Patient die Möglichkeit, in der Interaktion mit dem Therapeuten alternative, korrektive Beziehungsmuster zu erleben, die geeignet sind, pathogene Beziehungserfahrungen zu verändern, vor allem dann, wenn die therapeutische Beziehung im Rahmen einer Langzeittherapie zu einer längerfristigen, vertieften Bindungserfahrung wird. Read More „Was sind „Korrektive Erfahrungen“?“

Was versteht man darunter, die Emotionen zu „halten“?

Patienten kommen in eine Psychotherapie, weil sie mit ihren Gefühlen nicht zurechtkommen. Sie leiden unter schwer erträglichen (manchmal dissoziierten oder somatisierten) Gefühlen von Trauer, Schmerz, Wut, Scham oder Angst, oder unter einem noch schwerer erträglicheren Zustand der Gefühllosigkeit, in dem aus Angst vor Überflutung manche oder alle Emotionen wie betäubt sind. Durch traumatische Überlastungen oder pathogene Beziehungsverstrickungen waren oder sind die Patienten mit Gefühlen konfrontiert, die sie weder verarbeiten noch angemessen regulieren können. Sie schwanken zwischen Überflutung und Abspaltung, zwischen Ausagieren und Vermeiden dieser Gefühle. Read More „Was versteht man darunter, die Emotionen zu „halten“?“

Antworten auf Interviewfragen von Jens Lubbadeh, Redakteur Wissen/Science Editor, Welt am Sonntag

Was kann therapeutische Hypnose? Für wen empfiehlt sich Hypnotherapie?

Eine therapeutische Hypnose macht Sinn, wenn auch anderen Methoden von Psychotherapie Sinn machen, d. h. bei allen psychischen Störungen mit Krankheitswert.

Was kann sie nicht?

Sie kann nicht zaubern. Read More „Antworten auf Interviewfragen von Jens Lubbadeh, Redakteur Wissen/Science Editor, Welt am Sonntag“

Was sind Ich-syntone Störungen?

Nicht alles, was einem Patienten oder dessen sozialem Umfeld (und damit indirekt auch wieder dem Patienten) Probleme bereitet, ist dem Patienten als Problem bewusst. Manches nimmt er gar nicht wahr, anderes erscheint ihm als selbstverständlich („das machen doch alle“, „so war ich schon immer“), oder nicht als Problem („so bin ich nun mal“). Wir sprechen hier von Ich-syntonen Störungen, also von Leid aufrechterhaltenden Beziehungsmustern, die mit den momentanen Normen und Werten des Patienten übereinstimmen. Read More „Was sind Ich-syntone Störungen?“

Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

Gewaltfreie Kommunikation ist ein von Marshall Rosenberg entwickeltes Konzept zur De-Eskalation von Konflikten und zur Herstellung oder Wiederherstellung eines empathischen, liebevollen Kontakts zwischen im Konflikt befindlichen Personen oder Gruppen. Nach Rosenberg geht es in der Gewaltfreien Kommunikation nicht darum, den anderen dazu zu bringen, zu tun, was man selbst will. Ziel ist es vielmehr, die Anliegen aller beteiligten Parteien zu erkunden, zu berücksichtigen, wertzuschätzen und zu erfüllen.

Marshall Rosenberg war in Ruanda, wo er Tutsi und Hutu er die Gewaltfreien Kommunikation gelehrt hat und er hat Täter-Opfer-Ausgleich von vergewaltigten Frauen mit ihren Tätern gemacht.

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Was versteht man unter der „selektiven Authentizität des Therapeuten“?

Insbesondere im Bereich von Struktur- und Bindungsstörungen setzt ein nachhaltig wirksamer psychotherapeutischer Transformationsprozess voraus, dass der Therapeut sich dem Patienten gegenüber dauerhaft auf eine Weise verhält, die eine authentische Akzeptanz und Wertschätzung dem Patienten gegenüber als Person zum Ausdruck bringt (Eckert et al 2012, Keil & Stumm 2002, 2014). Read More „Was versteht man unter der „selektiven Authentizität des Therapeuten“?“

Was heißt „Moderation von Interaktionen“?

Der Therapeut ist nicht nur in die verbalen und nonverbalen, bewussten und unbewussten Interaktionen mit dem Patienten eingewoben, er moderiert auch aktiv und gegebenenfalls ritualisierend auf reflektierende oder vorbereitend-einübende Weise die inneren und äußeren Interaktionen des Patienten, um Transformationen von Beziehungsmustern anzustoßen und sie einer emotionalen Verarbeitung und wenn möglich einer alltagspraktischen Neugestaltung zuzuführen. Das kann entweder auf der Gesprächsebene geschehen oder durch Rollenspiele oder unter Einbeziehung von imaginativen oder körperorientierten Techniken. Read More „Was heißt „Moderation von Interaktionen“?“

Was versteht man unter Emotionsfokussierung und Erlebensorientierung?

  • Humanistische Psychotherapie versteht sich als emotionsfokussierendes Verfahren (Elliott 2007, Greenberg 2016). Das bedeutet, dass die Emotionen (Gefühle, Affekte, Empfindungen) als Thema und Inhalt im Mittelpunkt der Psychotherapie stehen. Auch die transformativen Techniken der humanistischen Psychotherapie sind auf das Thematisieren, Reflektieren und Verarbeiten oder Weiterentwickeln von emotionalen Reaktionen auf dem Hintergrund habitueller Interaktionsmuster fokussiert.
  • Humanistische Psychotherapie versteht sich als erlebensorientiertes Verfahren. Das heißt, dass sowohl die Probleme und Themen des Patienten als auch der Prozess der Verarbeitung und Überwindung derselben in der Therapie unmittelbar erlebbar gemacht werden. Das kann entweder durch Aktivieren und Fokussieren der Achtsamkeit oder mithilfe von Imaginationsübungen, Rollenspielen, Körperwahrnehmungs- oder Ausdrucksarbeit usw. geschehen (AGHPT 2010-1).

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Wie geht das Erschließen unbewusster Motivationen?

Patienten kommen zur Psychotherapie, weil sie merken, dass sie unter bestimmten Anteilen ihrer Gefühlswelt, ihrer Beziehungen, ihrer Gedanken, ihres Verhaltens oder ihrer körperlichen Regulationsprozesse leiden. Sie leiden unter Gefühlen, die sie nicht loswerden, unter Verhaltensweisen oder Beziehungsverwicklungen, denen sie sich nicht entziehen können, oder unter Körperreaktionen, denen sie sich ausgeliefert fühlen. Read More „Wie geht das Erschließen unbewusster Motivationen?“

Was ist Sex-Sucht?

Symptome von Sex-Sucht

Wenn man sexsüchtig ist, dann hat man, wenn man keinen Sex hat, psychische Entzugserscheinungen (Unruhezustände, Angst, depressive Verstimmungen, Selbstmordgedanken, das Verlangen nach weiterem Sex), manchmal sogar körperliche Entzugserscheinungen (Unruhe, Schweißausbrüche, Zittern, Schwächegefühl, Gliederschmerzen, Magenkrämpfe, Muskelzittern, Brechreiz, Kreislaufstörungen, Tränenfluss). Read More „Was ist Sex-Sucht?“

Was ist Achtsamkeit am Rande des Gewahrseins?

Die Achtsamkeit und das Gewahrsein des Psychotherapeuten und des Patienten richten sich nicht nur auf die offensichtlichen kognitiven Inhalte, die im Gespräch geäußert werden, und auch nicht nur auf das, was beide an nonverbalen Äußerungen beim anderen und bei sich selbst oder in sich an Gefühlsregungen, Impulsen und Fantasien unmittelbar wahrnehmen, sondern auch auf Erlebnisebenen am Rande des Gewahrseins, die zunächst nur vage wahrnehmbar, aber noch nicht konzeptuell, symbolisch oder begrifflich gefasst werden können (Gendlin 2012, Gendlin & Wiltschko 2007, Weiser-Cornell 2013). Read More „Was ist Achtsamkeit am Rande des Gewahrseins?“

Was heißt „intuitives Erfassen von Interaktionsmustern“?

Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ein humanistischer Psychotherapeut entwickelt haben muss (neben der Fähigkeit zur Empathie und zur Selbst-Zurücknahme) ist die Fähigkeit, Beziehungsmuster zu erfassen. Mustererkennung geht über psychopathologische Diagnostik hinaus. Beziehungsmuster sind vielfältig und vielgestaltig, manche tauchen nur passager oder situationsspezifisch auf, sie können durch standardisierte Tests oder Fragebögen in ihrer Komplexität nicht erfasst werden. Read More „Was heißt „intuitives Erfassen von Interaktionsmustern“?“

Was ist die hermeneutische Spirale?

Das Verstehen des Patienten zielt auf die Person des Patienten als Einheit, in seiner Ganzheit. Einen isolierten, einzelnen Satz, den ein Mensch sagt, eine einzelne Geste, einen einzelnen Körperausdruck kann man für sich genommen nicht verstehen. Wenn man einen Menschen zum ersten Mal sieht, und er sagt z.B.: „Mein Leben ist gerade nicht einfach“, oder er seufzt oder lässt die Schultern hängen, dann kann das vieles bedeuten. Die Bedeutung einzelner Sätze oder Gesten ergibt sich erst aus dem Zusammenhang. Man muss zumindest einiges von der ganzen Person des anderen wissen und verstanden haben, bevor man einzelne Sätze oder Körperausdrücke verstehen kann. Das Ganze der Person wiederum versteht man erst allmählich durch einzelne Äußerungen hindurch. Read More „Was ist die hermeneutische Spirale?“

Was ist die Simonton-Methode?

Carl Simonton und die Psycho-Onkologie

Im März 1998 hatte ich im Rahmen eines Seminars die Gelegenheit, Carl Simonton M.D. kennenzulernen. Simonton gilt seit seinem 1981 erschienenen Buch „Wieder gesund werden“ international als Begründer und der Repräsentant der psychologischen Krebstherapie mit Hypnose- und Selbsthypnosetechniken.

Um es gleich vorwegzunehmen: die Bedeutung Carl Simontons liegt nicht darin, daß er „die“ Technik entwickelt hätte, um Krebs psychotherapeutisch zu heilen. Auch wenn viele Teilnehmer sicher insgeheim mit dieser Hoffnung zu dem Seminar gekommen waren, Simonton hat den Stein der Weisen der psychotherapeutischen Krebsheilung nicht gefunden. Er benutzt noch nicht einmal ganz besondere, speziell ausgetüftelte Methoden. Er arbeitet vielmehr mit weit verbreiteten und in der Psychotherapie gut bekannten Techniken. Er war lediglich einer der ersten, der sich getraut hat, diese Methoden auf die Arbeit mit Krebskranken anzuwenden. Read More „Was ist die Simonton-Methode?“

Was heißt Entfremdung?

Eine intersubjektive, dialogische, personzentrierte Haltung einzunehmen beziehungsweise sich immer wieder darum zu bemühen ist so etwas wie die Wertschätzung des Friedens, der Demokratie, der Menschenwürde, der Gleichberechtigung, der Inklusion oder der sozialen Gerechtigkeit. Jeder vernünftig (also nicht rechtspopulistisch) denkende Mensch würde all das für selbstverständlich halten. Es scheint gar nicht der Rede wert zu sein, sich damit zu beschäftigen. Dennoch ist die konkrete Umsetzung humanistischer Werte im täglichen Leben und besonders in der Arbeit mit Menschen gerade in Zeiten des weltweiten Wiedererstarkens antipluralistischer und aggressiv-autoritärer Orientierungen notwendiger denn je, aber in der Praxis manchmal eine recht diffizile Angelegenheit. Read More „Was heißt Entfremdung?“

Was ist Phänomenologisches Verstehen?

Humanistische Psychotherapie kann verstanden werden als verstehende Auseinandersetzung, als Verstehen von Auseinandersetzungen, als Auseinandersetzung um zu Verstehen, als Veränderung durch Verstehen und als Hilfe zum Selbstverstehen.

Patienten kommen zur Therapie, wenn sie unter etwas leiden, das sie nicht verstehen. Sie fühlen sich eigenen Gefühlen und Reaktionen ausgeliefert. Innere Konflikte, Mangelzustände und leidvolle Identifizierungen werden in der humanistischen Psychotherapie verarbeitet, indem Patient und Therapeut gemeinsam versuchen zu verstehen, worum es eigentlich geht. Dabei bemüht sich ein humanistischer Psychotherapeut, in seinem Verstehen nahe am Erleben des Patienten und an seinem eigenen Erleben zu bleiben (Rogers 2014). Read More „Was ist Phänomenologisches Verstehen?“

Was sind die „Ebenen“ einer Interaktion?

Patient und Therapeut sind im psychotherapeutischen Prozess gegenseitig aufeinander bezogen, und zwar bewusst und unbewusst, kognitiv, emotional und vegetativ. Die Interaktion zwischen Patient und Therapeut findet nicht nur auf der kognitiven Ebene der sprachlichen Inhalte statt. Auch die Gefühle, die psychovegetativen Regulationsprozesse, die Fantasien, Impulse und Intentionen interagieren miteinander. Patient und Therapeut kommunizieren durch Worte, aber auch durch ihre Stimmlage, ihr Sprechtempo, ihre Körperhaltung, ihre Mimik und ihre Ausdrucksgesten miteinander (Storch et al 2010, Fogel 2013). Read More „Was sind die „Ebenen“ einer Interaktion?“

Was ist Humanistische Hypnotherapie?

Humanistische Hypnotherapie ist eine spezielle Anwendung von therapeutischer Hypnose im Rahmen der Humanistischen Psychotherapie.

Im Folgenden ist die Rede von „dem Patienten“, das kann sowohl eine Frau als auch ein Mann als auch ein/e Transgender sein.
Im Folgendem ist die Rede von „dem Thema“ des Klienten, das kann sowohl ein Symptom als auch ein Problem oder eine Frage oder ein Trauma des Klienten sein. Read More „Was ist Humanistische Hypnotherapie?“

Was versteht man unter aus „dialogischer Auseinandersetzung“?

In der Humanistischen Psychotherapie wird die Patient-Therapeut-Beziehung verstanden als dialektische, dialogische Auseinandersetzung in einem kooperativen Such-, Orientierungs- und Bewältigungsprozess.

Was ein Mensch fühlt und was sein Erleben für ihn bedeutet, wird in der humanistischen Psychotherapie intersubjektiv in einem fortgesetzen Dialog in Empathie und Introspektion erkundet. Das setzt eine Haltung der Offenheit auch für Unerwartetes, sowie wohlwollendes Interesses auf Basis eines grundlegenden Nichtwissens voraus. Ein humanistischer Psychotherapeut fokussiert sich auf das, was der Patient und der Therapeut in diesem Moment erleben, was zwischen ihnen geschieht, und was das für beide bedeutet. Read More „Was versteht man unter aus „dialogischer Auseinandersetzung“?“

Was versteht man unter der Ko-Konstruktion einer therapeutischen Beziehung?

Der Interaktionsprozess der Patient-Therapeut-Beziehung wird von beiden Beteiligten gemeinsam ko-konstruiert. Es kann nicht exakt unterschieden werden, was darin durch die bewussten Handlungen oder unbewussten Motivationen des Patienten oder die des Therapeuten erzeugt oder bestimmt ist. Es handelt sich um ein gemeinsam gestaltetes und sich selbst gestaltendes Kommunikationsfeld. Read More „Was versteht man unter der Ko-Konstruktion einer therapeutischen Beziehung?“

Interview über Hypnose

Fragen von Luise (15), die eine Präsentation über Hypnose machen will:

 

„Wie verändert sich das Gehirn während der Hypnose?“

Die Hirnforscher erklären das z.B. sowohl der präfrontale Kortex (der mit dem kritischen Verstand und dem Ich-Bewusstsein zusammenhinge) als auch der Pränuncus als auch der Gyrus cinguli in Trance heruntergefahren seien. (Es gibt noch weit mehr Erklärungen von Hirnforscher über Hypnose und Gehirn.) Read More „Interview über Hypnose“

Wie ist das Verhältnis von Involviertheit und Distanz?

Die zentrale Widerspruchsganzheit in der sich (wenn auch in asymmetrischer Weise) sowohl der Patient als auch der Therapeut als auch beide miteinander befinden, ist der Widerspruch zwischen emotionaler Involviertheit einerseits und reflektierender Distanz andererseits, zwischen interaktiver Musterwiederholung einerseits und ko-konstruierender Wahlfreiheit andererseits. Read More „Wie ist das Verhältnis von Involviertheit und Distanz?“

Was versteht man unter der Dialektik der Patient-Therapeut-Beziehung?

Die Beziehung zwischen Patient und Therapeut ist eine ganz besondere zwischenmenschliche Konstellation. Sie beinhaltet eine Reihe von spezifischen Widersprüchen (von denen einige weiter unten beschrieben werden), die nicht als logische Paradoxien oder als ausschließendes Entweder-Oder verstanden werden können, sondern als Dialektiken, bei denen jeweils eine Seite die andere ermöglicht und bedingt, und deren Reibung miteinander den Fortschritt des therapeutischen Prozesses hervorbringt. Read More „Was versteht man unter der Dialektik der Patient-Therapeut-Beziehung?“

Wie ist das Verhältnis zwischen Wahlfreiheit und Geworfenheit?

Existenzphilosophisch betrachtet hat der Mensch jederzeit die Möglichkeit, ja er kommt gar nicht darum herum, unter den zunächst bloß vorgefundenen Bedingungen seines Lebens durch fortgesetzte Wahl aus einem Spektrum von Möglichkeiten seine eigene Existenz zu gestalten und damit seine Existenzbedingungen mitzugestalten. Der Mensch ist geworfen in vielfältige Bedingungen, die er vorfindet, die er aber zugleich individuell und kollektiv reproduziert oder umgestaltet. Der Mensch ist bedingt und wahlfrei zugleich,geworfen in eine Welt, die er sich nicht aussucht, die er aber durch die Art, wie er sein Leben lebt, mitgestaltet und umgestalten kann (Bakewell 2016, Lévy 2002, Sartre 1993, Sartre 2000). Read More „Wie ist das Verhältnis zwischen Wahlfreiheit und Geworfenheit?“

Was ist Intersubjektivität?

In der humanistischen Psychotherapie versteht man die therapeutische Beziehung als intersubjektiven Prozess professioneller Auseinandersetzung mit den Problemen des Patienten.

Das intersubjektive, dialogische Verständnis wurde von humanistischen Psychotherapeuten bereits in den 1960 er Jahren betont, lange bevor es von nahezu allen anderen psychotherapeutischen Verfahren adaptiert wurde (Bohm 2017, Buber 1999, Doubrawa & Staemmler 2003, Friedmann 1987, Hycner 1989, Staemmler 2015, Wenck 2008, Yontef 1999 u.v.a.). Read More „Was ist Intersubjektivität?“

Was sind Beziehungsmuster?

In der humanistischen Psychotherapie geht es zentral um das Erkunden und Transformieren generalisierten Beziehungsmuster.

Unter Beziehung werden hier sowohl
dauerhafte Strukturen der Gestaltung des Kontakts mit anderen Menschen verstanden, als auch
– die Art und Weise, wie ein Mensch auf sich selbst (z.B. auf seine Identität, seine Überzeugungen, seinen Körper, seine Geschichte, seine Zukunftspläne usw.) bezogen ist, und auch
– die vielfältigen Interaktionen zwischen Anteilen der Persönlichkeit, die selbst wechselseitig und komplex aufeinander bezogen sind.

Manche Beziehungsmuster sind im unmittelbaren Erleben präsent, andere werden nur in ihren Auswirkungen erlebt, dann müssen die zugrundeliegenden Beziehungsmuster erst entschlüsselt und zugeordnet werden. Read More „Was sind Beziehungsmuster?“

Was ist Übertragung und Gegenübertragung?

Grundsätzlich handelt es sich bei den als „Übertragung“ und „Gegenübertragung“ bezeichneten Prozessen um Phänomene, die in jeder Form von Kontakt zwischen Menschen auftreten. Gemeint ist damit, dass alte Erfahrungenen in zwischenmenschlichen Beziehungen und Bindungen, alte Gefühle, Erwartungen, Fantasien, Wünsche und Ängste in aktuellen Beziehungen reaktiviert werden.

Die vielfältigen Bezüge zwischen der alten Dynamik, so wie sie real damals gewesen ist, ihrer bewussten und unbewussten Verarbeitung und Interpretation durch die Beteiligten und den unterschiedlichen Formen ihrer Reaktivierung in aktuellen Interaktionen stellen ein komplexes System dar, in dem vielerlei Faktoren und Ebenen eine Rolle spielen. Das Grundprinzip ist jedoch recht einfach: Read More „Was ist Übertragung und Gegenübertragung?“

Wie funktioniert klassische Hypnose?

Was ist klassische Hypnose?

Die klassische, direktive Hypnose war bis etwa in die 1980er Jahre weltweit die gebräuchliche, ja in der Regel die einzig bekannte Technik der Hypnose. Heute wird sie meistens gemischt mit den modernen Methoden der ericksonianischen Hypnose. Von manchen (insbesondere älteren) Hypnotherapeuten, im medizinischen Bereich, im Rahmen der Verhaltenstherapie und in der klinischen Forschung wird die klassische Hypnose auch heute häufig noch unverändert angewandt.

Read More „Wie funktioniert klassische Hypnose?“

Was ist Borderline?

Vorbemerkungen

Den Begriff „Borderline“ verstehe und verwende ich weniger im Sinne der Diagnose einer psychischen Störung bzw. Krankheit, also einer individualisierenden Etikettierung, sondern eher als Bezeichnung einer psychischen Dynamik, also einer allgemein menschlichen Reaktionsmöglichkeit, einer existenziellen Funktions- und Erlebensebene. Read More „Was ist Borderline?“

Was ist Trancekörperarbeit?

Veränderte Bewusstseinszustände (genannt „Trance“) entstehen häufig beiläufig in der Körper- und Bewegungsarbeit. Wenn man sie als solche erkennt und weiß, was in Trance-Zuständen möglich ist, wie man Menschen gezielt in eine Trance hinein- und sicher wieder herausführt, wie man mit Menschen in Trance kommuniziert ohne dass sie „aufwachen“, wie man sie in ihrem Trance-Erleben begleitet, und wie man Trance-Zustände therapeutisch nutzen kann, entsteht eine fruchtbare integrative Arbeitsweise: Trancekörperarbeit. Read More „Was ist Trancekörperarbeit?“

Wie wirkt sich Migration auf psychische Probleme aus?

Eine junge Frau, 22 Jahre, kommt zum ersten mal in eine psychotherapeutische Sprechstunde. Sie ist Migrantin der 3. Generation, ihre Großeltern kommen aus dem Iran. Sie hat bis vor kurzem Englisch und Geschichte für das Lehramt studiert. Sie war ein Jahr lang mit einem Iraner zusammen. Vor drei Monaten haben die beiden begonnen, ihre Hochzeit vorzubereiten. Das Brautkleid wurde gekauft, die Lokalitäten wurden reserviert. Plötzlich und für sie völlig unerwartet sagte der Mann, dass er sie doch nicht heiraten wolle, weil sie ihm »zu schwierig« sei.  Seitdem ist sie am Boden zerstört. Read More „Wie wirkt sich Migration auf psychische Probleme aus?“

Vortrag „Wie funktioniert Hypnose?“, 17.5.2017, 18.30 Uhr

Ist das alles Humbug oder eine seriöse Wissenschaft? Möchten Sie wissen, wie Hypnose funktioniert? Würden Sie vielleicht auch gern hypnotisieren können? Am Mittwoch, dem 17.5.2017, 18.30-21.30 Uhr halte ich einen Einführungsvortrag mit Demonstrationen und praktischen Übungen zum Thema „Was ist, was kann, wie funktioniert Hypnose/Hypnotherapie?“ An dem Vortrag kann jede/r teilnehmen. Der Teilnahmebeitrag beträgt 8,- €, für StudentInnen 4,- €.

>>>Hier finden Sie detaillierte Informationen über den Vortrag und können sich anmelden.

Werner Eberwein

Wie kann man Kränkungen verarbeiten?

Ich stehe im Wald. Auch im übertragenen Sinn, aber auch ganz real. Bin gerade beim Joggen im Grunewald. Nach der Hälfte der Zeit mache ich meistens eine Pause, setzte mich auf einen Stein und genieße die Natur. Diesmal ist allerdings nicht viel los mit Genießen. Mich beschäftigt ein Konflikt mit einem Kollegen, mit dem ich in einem bestimmten Zusammenhang zu tun habe, und von dem ich mich ziemlich mies behandelt fühle. Read More „Wie kann man Kränkungen verarbeiten?“

Wie funktioniert hypnotische Konfliktmoderation?

Dialogische Hypnotherapie

Dialogische Hypnotherapie ist keine Technik, sondern ein Paradigma, also ein grundlegendes Verständnis des hypnotherapeutischen Prozesses. Im naiven, traditionellen Verständnis ist Hypnose eine Einbahnstraße: Der Patient schildert kurz seine Probleme, dann setzt er sich entspannt hin, der Therapeut versetzt ihn in Trance, suggeriert ihm seine Probleme weg und weckt ihn wieder auf. Beeinflusst durch die unrealistischen, spektakulären Darbietungen von Showhypnotiseuren im Fernsehen, die durch einen Schein von Macht und Manipulation Eindruck schinden und Geld scheffeln, stellen sich immer noch auch viele Patienten Hypnotherapie so vor. Read More „Wie funktioniert hypnotische Konfliktmoderation?“

Wie kann ein Psychotherapeut seine PatientInnen verstehen?

In vielen Formen von Psychotherapie geht es ganz zentral um Verstehen. Patienten kommen zur Therapie, weil etwas mit Ihnen los ist, das sie nicht verstehen. Sie fühlen sich ihren eigenen Gefühlen und Reaktionen ausgeliefert, ihrer Angst, ihrer Eingeengtheit, ihrer Niedergeschlagenheit, ihrem Schmerz. Sie verstehen nicht, was mit Ihnen los ist und finden keinen Ansatzpunkt, um ihrem Leid zu entkommen. Psychotherapie ist Verstehen und Veränderung, ja Veränderung durch Verstehen und durch Hilfe zum Selbstverstehen. Read More „Wie kann ein Psychotherapeut seine PatientInnen verstehen?“

Wie können wir uns mit unserer Intuition verbinden?

In ihrem Buch „Die Kunst des Annehmens – Leben und Arbeiten mit Focusing“ (Books on Demand 2013) hat die 1949 geborene US-amerikanische Linguistin und Focusing-Ausbilderin Ann Weiser-Cornell, Präsidentin der Accociation for Humanistic Psychology, eine fortgeschrittene Variante des Focusing vorgestellt, die in ihrer zugrundeliegenden Philosophie und in der praktischen Anwendung über das Konzept des Focusing-Erfinders Eugene Gendlin hinausgeht. Read More „Wie können wir uns mit unserer Intuition verbinden?“

Wie wirken Psychopharmaka?

Psychopharmaka sind psychisch wirksame Medikamente. Sie beeinflussen die biochemische Prozesse im Gehirn und bewirken dadurch eine Veränderung des psychischen Zustandes. Im Folgenden möchte ich einen Überblick und Basisinformationen über die Wirkungen der verschiedenen Psychopharmaka-Gruppen geben. Read More „Wie wirken Psychopharmaka?“

Was ist humanistische Psychotherapie?

Humanistische Psychotherapie versteht sich in der Terminologie des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP) als viertes Verfahren neben dem Cluster der Psychodynamischen Psychotherapie mit ihren insgesamt 22 Methoden, der Verhaltenstherapie mit ihren 55 Techniken und der Systemischen Therapie.

Die wichtigsten Quellen der Humanistischen Psychotherapie sind: Read More „Was ist humanistische Psychotherapie?“

Was ist Resonanz?

„Resonanz ist das Versprechen der Moderne – Entfremdung ist ihre Realität.“
Hartmut Rosa

Resonanz

In seinem aktuellen Buch „Resonanz – eine Soziologie der Weltbeziehung“ (Suhrkamp Verlag Berlin 2016) beschreibt der Jenaer Professor für allgemeine und theoretische Soziologe Hartmut Rosa Resonanz und Entfremdung als allgemeine Formen der Weltbeziehung. Read More „Was ist Resonanz?“

Wie ist der Stand der Planungen zum künftigen Direktstudium „Psychotherapeut/in mit Approbation“?

Am 22.9.2016 hielt Manfred Thielen, Sprecher des Ausschusses „Aus-, Fort- und Weiterbildung“ der Psychotherapeutenkammer Berlin im Rahmen einer Informationsveranstaltung zur Ausbildungsreform einen 40-minütigen Vortrag, in dem er den Stand der Planungen zum kommenden Direktstudium „Master-Psychotherapeut/in mit Approbation“ erläuterte.

Sie können den Vortrag >>hier online nachhören.

Hier einige zusammenfassende Stichworte dazu:

In diesem Spätsommer soll der Referentenentwurf zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes
(PsychThG) und zu einer neuen Approbationsordnung des Bundesministeriums für
Gesundheit (BMG) vorliegen. Die Vorstände und die DelegiertInnen der Bundes- (BPtK) und
der Landespsychotherapeutenkammern haben sich intensiv mit der Thematik beschäftigt,
und der Vorstand der BPtK und die Bund-Länder-AG haben entsprechende Eckpunkte zur
Novellierung, Approbationsstudium und Weiterbildung vorgelegt. Wegweisend sind dabei die
Beschlüsse des 25. Deutschen Psychotherapeutentages (DPT), der Delegiertenversammlung
der BPtK, vom November 2014. Dort wurde beschlossen, dass es ein
Direktstudium Psychotherapie geben soll, in dem die vier Grundorientierungen der
Psychotherapie – verhaltenstherapeutisch, psychodynamisch, systemisch und humanistisch
– gleichberechtigt und mit Strukturqualität vermittelt werden sollen und mit einer Approbation
endet. Danach soll eine Weiterbildung erfolgen, in der die Fachkunde erworben werden
kann.
Die Eckpunkte beziehen sich auf 3 Bereiche: Novellierung des PsychThG, Approbationsstudium
und Weiterbildung.
Der Berliner Ausschuss „Aus-, Fort-, Weiterbildung“ (AFW) hat zu den Eckpunkten eine
eigene Stellungnahme entwickelt. Die kritischen Punkte der gegenwärtigen
Ausbildungsdiskussion werden im Folgenden kurz erläutert.
Novellierung: Bei der Auseinandersetzung um die Novellierung des PsychThG geht es vor
allem um eine Neufassung der Legaldefinition Psychotherapie und die Rolle des
Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP). Auf der Bundesebene scheint die
Aufhebung der Bindung der psychotherapeutischen Tätigkeit an „wissenschaftlich
anerkannte Verfahren“ Konsens zu sein, im AFW wird sie kontrovers diskutiert. Nach § 11
des PsychThG kann eine jeweilige Landesbehörde bei Zweifeln über die
Wissenschaftlichkeit eines Psychotherapieverfahrens den Wissenschaftlichen Beirat
Psychotherapie (WBP) beratend heranziehen. Wenn eine wissenschaftliche Anerkanntheit
eines Verfahrens durch den WBP nachvollzogen wurde, dann ist es berufsrechtlich
anerkannt und es kann darin die Fachkunde und die Approbation erworben werden. Die
Mehrheit des AFW hat sich für die Beibehaltung des WBP, aber für eine Wahl seiner
Mitglieder ausgesprochen.
Darüber hinaus wird kritisiert, dass die notwendigen Finanzierungsfragen, um das geplante
„Approbationsstudium“ durchführen zu können, nach wie vor vollständig ungeklärt sind.
Approbationsstudium: In den Eckpunkten wird von einem 6-semestrigen Bachelor (BA)-
Studium ausgegangen, auf das ein 5- semestriges Masterstudium (MA) folgt, das 1
Praxissemester beinhaltet und mit einem Staatsexamen endet. Der Ausschuss hält
insbesondere das MA-Studium für zu kurz, um ausreichend psychotherapeutische
Qualifikationen vermitteln zu können und fordert ein 12-semestriges Studium. Weiter tritt er
dafür ein, dass bereits im BA-Studium eine Ausrichtung auf Psychotherapie in Form von
Fallseminaren u.a. erfolgen soll. Im Eckpunktepapier wird hingegen von einem, durch
Praktika ergänztes, BA-Psychologie-Studium ausgegangen, das Psychotherapiestudium im
engeren Sinne soll erst im Masterstudium beginnen. Inhaltlich sollen bereits im BA-Studium
die vier Grundorientierungen gleichberechtigt vermittelt werden. Im Widerspruch dazu
steht allerdings, dass nach Auffassung des VS der BPtK die Hochschulambulanzen, in
denen die StudentInnen auch Praktikas bzw. Praxissemester machen können, nur „zwei
wissenschaftlich anerkannte Verfahren“ anbieten müssen. Für den Ausschuss ist dies nicht
konsistent mit den Beschlüssen des 25. DPT.
In den Eckpunkten wird darüber hinaus von „Selbstreflexion“ gesprochen, während sich der
AFW einhellig für den Begriff „Selbsterfahrung“ ausspricht. Die Selbsterfahrung wird als
wesentlicher Bestandteil der psychotherapeutischen Qualifikation angesehen. Mehrheitlich
wird die Position vertreten, Selbsterfahrung im Umfang von mind. 50 Std. im Studium
anzubieten.
Weiterbildung: In den Eckpunkten wird sie auf die „wissenschaftlich anerkannten Verfahren“
beschränkt. Die Mehrheit des AFW möchte sie aber für alle Grundorientierungen, auch die
Humanistische Psychotherapie, öffnen, während die Minderheit den Eckpunkten zustimmt.
Für eine Weiterbildung aus einer Hand setzt sich ebenfalls die Mehrheit ein. Die bisherigen
Ausbildungsinstitute, die jahrzehntelange Erfahrungen in der Ausbildung haben, sollten als
zukünftige Weiterbildungsinstitute ihr Curriculum zur verfahrensspezifischen Fachkunde
konsistent und kohärent anbieten.
In den Eckpunkten soll auf einer Basisweiterbildung von 200 Std. eine Verfahrensvertiefung
anknüpfen. Sie soll 400 Std. Theorie, 1.600 Behandlungsstunden mit 200
Stunden Supervision, 120 Stunden Selbsterfahrung umfassen. Die Mehrheit des AFW geht
er von deutlich niedrigeren Zahlen aus, nämlich 300 Stunden Theorie, mind. 600
Behandlungsstunden mit 125 Stunden Supervision, 120 Stunden Selbsterfahrung. Er
orientiert sich dabei im Wesentlichen an den Anforderungen zur Fachkunde der jetzigen
Ausbildung. Darüber hinaus unterstützt er natürlich die Forderung der PiA nach einer
angemessenen Vergütung ihrer Tätigkeit und fordert, dass die entsprechenden
Finanzierungsmöglichkeiten rechtssicher und verlässlich geschaffen werden.

25.07.2016
gez. Manfred Thielen, Sprecher des Ausschusses Aus,- Fort- Weiterbildung der PTK Berlin

Was ist Ideomotorik?

Unter Ideomotorik versteht man in der Hypnotherapie die Arbeit mit suggerierten Körperbewegungen. Der Begriff Ideomotorik ist im Grunde irreführend. Es geht eigentlich nicht um motorische Bewegungen aufgrund von Ideen, also von Gedanken, sondern vielmehr um körperliche Bewegungen als Reaktion auf hypnotische Suggestionen, unabhängig davon, ob diese bewusst (als „Ideen“) wahrgenommen werden oder nicht. Der korrekte Begriff wäre eigentlich „Hypnomotorik“. Read More „Was ist Ideomotorik?“

Wie ist der Stand und was sind die Hintergründe des Antrages der Humanistischen Psychotherapie an den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie?

Zurzeit wird in Deutschland intensiv über die Neuregelung der Ausbildung der Psychotherapeuten diskutiert. Konkret soll das Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) von 1999 novelliert werden. Im Zuge dessen wird es künftig eine Direktausbildung zum Master-Psychotherapeuten mit Approbation geben (anstelle der bisherigen zweistufigen Ausbildung: zuerst Psychologie- oder Medizinstudium, anschließend Psychotherapie-Ausbildung zur Approbation). Read More „Wie ist der Stand und was sind die Hintergründe des Antrages der Humanistischen Psychotherapie an den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie?“

Wer war Albert Pesso?

Am 19.5.2016 starb Albert Pesso, der Begründer des Pesso Boyden System Psychomotor, einer integrativen Variante der Körperpsychotherapie. Ich habe ihn auf dem 2. AGHPT-Kongress 2014 kennengelernt, sowohl persönlich im Gespräch als auch seine warmherzige und einfühlsame therapeutische Arbeit im Seminar. Unten ein Nachruf von Prof. Jürgen Kriz.

Werner Eberwein

Albert-Pesso_Nachruf

Read More „Wer war Albert Pesso?“

Was ist das Selbst?

„Das Selbst“ ist ein Begriff, der in der Psychologie mit vielen, teilweise unterschiedlichen Bedeutungen verwandt wird. In der Regel ist damit gemeint, dass und wie ein Mensch „sich selbst“ als einheitliches, autonom denkendes und handelndes Wesen wahrnimmt, also als ganze Person, als Persönlichkeit.

Von dem US-amerikanischen Psychologen William James stammt die Unterscheidung zwischen dem „Ich“ und dem „Mich“. Diese Unterscheidung wird deutlich z.B. in dem Satz: „Ich nehme mich wahr“. Read More „Was ist das Selbst?“

Sind die populären Interpretationen der Ergebnisse der Hirnforschung bloße Neuromythologie?

Beruht die Faszination für das, was uns in den letzten Jahren in diversen populären Veröffentlichungen und Kongressvorträgen als „Ergebnisse der Hirnforschung“ offeriert wurde möglicherweise auf einem grundlegenden und letztlich banalen Fehlschluss? Können Hirnforscher wirklich „dem Gehirn beim Denken zusehen“? Read More „Sind die populären Interpretationen der Ergebnisse der Hirnforschung bloße Neuromythologie?“

Wozu dient Achtsamkeit in der Psychotherapie?

Achtsamkeit ist nicht alles, aber ohne Achtsamkeit ist alles nichts. So könnte man das Buch „Wirkfaktoren der Achtsamkeit: Wie sie die Psychotherapie verändern und bereichern“ (Schattauer-Verlag Stuttgart, 2015) zusammenfassen, in dem Michael Harrer und Halko Weiss die Achtsamkeit und ihre Anwendungen in der Psychotherapie unter praktisch allen nur erdenklichen Gesichtspunkten ausloten.

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Was sind die Symptome von Traumatisierungen?

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Unter einem psychischen Trauma verstehen wir ein schreckliches, unerträgliches Ereignis oder eine Abfolge von schrecklichen Ereignissen, die in der Seele des Betroffenen nicht angemessen verarbeitet werden können, und die daher seelische Notfallmechanismen („Abwehrprozesse“) auslösen, so dass die traumatisierte Person manchmal nach Jahrzehnten darunter leidet.

Nicht jedes schreckliche Ereignis muss zu einem Trauma werden. Wenn die Seele eines Menschen stabil und gefestigt genug ist, wenn die Person über ausreichend Bewältigungsressourcen und ein stabiles, verständnisvolles soziales Netz sowie über genügend zwischenmenschliche Unterstützung verfügt, können schreckliche Ereignisse psychisch verarbeitet werden und werden dann zu einem Teil der Lebensgeschichte: „Es war furchtbar, aber jetzt ist es vorbei.“

Ein Trauma entsteht, wenn ein unerträgliches Ereignis zu überflutenden ambivalenten Emotionen führt (z.B. Verzweiflung, Hilflosigkeit, Ekel, Panik oder Hass verbunden mit Sehnsucht nach Sicherheit, Schutz, Nähe oder Zuwendung oder mit sexueller Stimuliertheit), die von der Seele nicht angemessen verarbeitet werden können, und die daher auf die eine oder andere Weise abgespalten werden müssen.

Traumatische Ereignisse sind in der Regel Erlebnisse von Gewalt, Grenzüberschreitungen, schwere körperliche Krankheiten, Misshandlungen, schwere Unfälle, Folter, Naturkatastrophen, sexuelle Übergriffe, Vergewaltigungen, kriminelle oder Kriegshandlungen, Vernachlässigungen oder auch massive psychische Verwirrung. Traumatisch wirken solche Ereignisse nicht nur, wenn jemand sie selbst erlebt, sondern auch wenn jemand Traumatisierungen bei anderen Menschen miterlebt, etwa bei nahen Familienangehörigen oder sonstwie nahestehenden Menschen („sekundäre Traumatisierung“).

Traumata können einzelne Ereignisse sein, wie etwa ein schwerer Unfall oder eine Vergewaltigung, es kann sich aber auch um wiederholte ähnliche oder vergleichbare Ereignisse handeln („komplexe Traumatisierung“). Nicht nur das Ereignis selbst wirkt traumatisieren, sondern auch das Fehlen oder die Mangelhaftigkeit sozialer Unterstützung oder zusätzliche traumatisierende Einflüsse der sozialen Umwelt (z.B. entwürdigende polizeiliche Verhöre oder Gerichtsverhandlungen, verleugnende, verdrehende oder anschuldigende Reaktionen von Familienangehörigen o.ä.).

Eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung von Traumata spielt die Frage, ob diese vom sozialen Umfeld des Betroffenen wahrgenommen und als schwerwiegend erkannt und benannt werden, oder ob sie verleugnet, vertuscht, heruntergespielt, bestritten, der traumatisierten Person selbst als Schuld zugewiesen oder angeheizt, als Sensation ausgeschlachtet oder auf lüsterne Weise öffentlich verbreitet werden.

  • Frühe Traumatisierungen (im Säuglingsalter bis zum Alter von etwa drei Jahren) werden in der Regel im impliziten Gedächtnis als Gefühle, automatische Verhaltensmuster, Körperempfindungen oder Wahrnehmungsweisen gespeichert.
  • Spätere Traumatisierungen werden (sofern sie nicht einer traumatischen Amnesie unterliegen) im expliziten Gedächtnisses als bewusste, sprachlich und begrifflich übermittelbare autobiografische Erinnerungen gespeichert.

Aufgrund der Überforderung der psychischen Verarbeitungsmöglichkeiten der Person werden Traumata ganz oder teilweise dissoziiert. (Ein schreckliches Ereignis, das vollständig, also auch in seinen emotionalen Qualitäten, bewusstseinsfähig ist, das kognitiv reflektiert und verbal kommuniziert werden kann, wirkt in der Seele in der Regel nicht traumatisch.)

Ein Trauma kann ganz oder teilweise verdrängt, also der bewussten Erinnerungen entzogen oder nur zeitweise, in bestimmten Situationen oder bestimmten Menschen gegenüber bewusstseinsfähig und sprachlich kommunizierbar sein. Bestimmte Aspekte, Momente oder Ebenen der traumatischen Erfahrung sowie ihrer nicht gelingenden Verarbeitung können dem Bewusstsein unzugänglich, verzerrt oder verändert erscheinen. Die kognitiven Erinnerungen an das Trauma und ihre begriffliche Einordnung können z.B. beschönigend sein („Ab und zu eine Tracht Prügel hat mir nicht geschadet“), oder sie können Selbstbeschuldigungen enthalten („Ich bin ja selbst mit schuld, weil ich mitgemacht/es zugelassen habe.“) u.ä.

Manche Traumata können ganz oder teilweise bewusst erinnert werden, während die damit verbundenen Gefühle abgespalten sind oder unterdrückt werden, weil als als unerträglich empfunden werden. In anderen Fällen werden traumatisierte Menschen von unerträglichen Gefühlen überflutet, haben aber keine bewussten Erinnerungen dazu und können diese Gefühle nicht zuordnen.

Besonders bei frühen Traumatisierungen kann es für die betroffene Person quälend sein, keine oder keine klaren Erinnerungen an das oder die traumatischen Ereignisse zu haben, sondern nur bspw. endlos sich wiederholende Albträume oder nicht klar unterscheiden zu können, ob es sich um reale Erinnerungen oder symbolische Fantasien handelt. Es stellt für Psychotherapeuten eine enorme Herausforderung dar, diese Unsicherheiten gemeinsam mit dem Patienten auszuhalten und nicht vorschnell und auch nicht unterschwellig Realität oder Irrealität solcher „Erinnerungsfantasien“ zu suggerieren oder zu behaupten. In manchen Fällen bleibt es auch nach jahrelanger intensiver Psychotherapie unklar, ob entsprechende Bilder, Ahnungen und Träume auf reale Ereignisse zurückgehen, oder ob sie z.B. eine missbräuchliche Beziehungsatmosphäre symbolisch zum Ausdruck bringen.

Traumatische Erinnerungen können durch Auslösereize aktiviert werden, die einen Zusammenhang zu der traumatischen Situation haben (z.B. Orte, Begriffe, Personen, Gesten, Stimmlagen, Gerüche, Körperhaltungen usw.). Wenn durch solche Auslöser die traumatische Erinnerung aktiviert wird, erscheint sie dem Betroffenen in diesem Moment als zeitlos. Er fühlt sich wieder so, wie damals in der traumatischen Situation, kann aber oft die Verbindung zum Auslöser bzw. der aktuellen Situation nicht herstellen, was zu massiven Verwirrungen führen kann. (Fragmentierte oder unzutreffend zugeordnete Empfindungen können bspw. bei medizinischen Untersuchungen oder Behandlungen oder bei zärtliche Berührung oder auch momentanen Distanzierungen eines Partners heftige Panikzustände auslösen.)

Die traumatischen Gefühle werden oft unerwartet und mit großer Intensität im Körper wahrgenommen, also nicht im eigentlichen Sinn erinnert, sondern im Hier und Jetzt wiedererlebt („Flashback“). Vorstellungen, Bilder, Erinnerungen und Gefühle können den Betroffenen auch in harmlosen alltäglichen Situationen, wie in der U-Bahn, in der Badewanne oder auf dem Weg zur Arbeit überfallen und Panikreaktionen auslösen („Intrusionen“).

Das psychosomatische System traumatisierter Personen ist durch die Nachwirkungen traumatischer Ereignisse beeinträchtigt. Traumatisierte Menschen leiden daher häufig unter einer latenten oder anhaltenden Übererregung, also einem dauernden Alarmzustand („Hyperarrousal“), oft kombiniert mit emotionaler und vegetativen Erstarrung („Freezing“). Sie haben große Schwierigkeiten, mit Stress umzugehen und sich selbst zu beruhigen und leiden häufig unter einer Beeinträchtigung ihrer emotionalen Vitalität.

Traumatische Erinnerungen können oft nicht oder nicht vollständig oder nicht korrekt bewusst zusammengefügt werden, weil die Traumatisierung die integrativen Funktionen der Psyche außer Kraft gesetzt hat. Das Trauma führt daher häufig zu Missinterpretationen, unangemessenen Bewertungen, Klassifizierungen und Einordnungen (bspw. wenn körperliche Übergriffe eines Elternteils als Aufmerksamkeit oder liebevolle Zuwendung eingeordnet wird).

Manche traumatisierte Menschen sind auf ihr Trauma oder auf traumatische Reize fixiert oder in ihrer Identität überstark auf die Traumatisierung ausgerichtet. Häufig sind sie nicht in der Lage, auslösende Reize oder ähnliche Situationen angemessen zu verstehen und einzuordnen oder auf einer sprachlichen Ebene angemessenen Kontakt und Distanz zu anderen Menschen herzustellen.

Manche Traumatisierte Personen wurden durch Drohungen oder verwirrende Zuschreibungen dazu gebracht, über ein Trauma Stillschweigen zu bewahren, weshalb sie über das traumatische Ereignis zunächst nicht sprechen können. Dies geht oft mit intensiver Angst, Scham oder Schuldgefühlen einher.

Häufig erkennen traumatisierte Menschen zu ihrer eigenen Bestürzung, dass sie in ihrem Leben die Muster der traumatischen Situation unbewusst wiederholt haben oder in der Gegenwart weiter wiederholen, wobei sie sich sowohl in der Opfer- als auch in der Täter-Rolle befinden können, bisweilen auch in beiden Rollen abwechselnd oder zugleich.

Dies kann einhergehen mit Selbst- und/oder Fremdschädigungen, beispielsweise Selbstverletzungen, Selbstverstümmelungen, zwanghaft-aggressiven Verführungsmustern, ausbeuterischem Verhalten, Rachemanövern an Unschuldigen, unvorhersehbaren aggressiven Ausrastern, sexueller Promiskuität, provokativ-aggressivem Sozialverhalten, kompensatorischen Kontrollzwängen u.ä.).

Traumatisierte Menschen fühlen sich oft schuldig oder verantwortlich für das, was sie erlitten haben (z.B. „Wenn Mama mich schlägt, muss ich ja etwas Böses getan haben“, „Ich habe mich aufreizend gekleidet/verhalten, kein Wunder, dass der Mann mir zwischen die Beine gefasst hat“).

In der traumatisierten Situation fühlte sich der Betroffene machtlos und der traumatischen Gewalt hilflos ausgeliefert. Die Empfindungen, keine Kontrolle über die Situation, den eigenen Körper und die eigenen Grenzen zu haben und sich nicht schützen zu können, kann zu einer anhaltenden Identifizierung als Opfer oder einem kompensatorischen Täterverhalten führen („Jetzt bin ich mal am Drücker!“).

Traumatisierte Personen haben oft Schwierigkeiten, ihre eigene Autonomie wahrzunehmen oder zu beschützen. Es fällt ihnen schwer zu glauben dass ihre Wünsche und Abgrenzungen von anderen Menschen angemessen wahrgenommen und respektiert werden könnten. Dies führt zu einer fundamentalen Störung des Vertrauens, gerade in nahen zwischenmenschlichen Beziehungen, beispielsweise in der Partnerschaft oder in der Familie.

Die Traumatisierung schädigt das Selbstkonzept und die Selbstwahrnehmung der betroffenen Person. Dies kann zu traumatischen Identifizierungen führen („Ich bin eine Schlampe“) oder zu Dissoziationen vom eigenen Körper (Empfindungslosigkeit, „neben sich stehen“).

Besonders Menschen, die in einer traumatisierenden Umgebung aufgewachsen sind, fehlen viele Fähigkeiten zur Regulation sozialer Beziehungen und Konflikte. Daher erleben sie immer wieder Situationen, die sie nicht oder nur mit Notfallmechanismen bewältigen können, was sich im Laufe ihres Lebens zu einer langen Folge nicht angemessen verarbeiteter Erlebnisse summieren kann.

Aufgrund unbewusste Dissoziations- und Projektionsprozesse finden sich traumatisierte Menschen häufig immer wieder in traumatischen Situationen wieder, oder sie induzieren in ihrem Gegenüber unbewusst Täter-Empfindungen oder -Impulse oder werden selbst zum Täter und machen ihr gegenüber zum Opfer („Viktimisierung“). Aufgrund einer mangelnden Fähigkeit, angemessen mit sozialen Konflikten und Konkurrenzsituationen umzugehen, kann ihr soziale Leben sehr konfliktreich oder auch seicht und entleert sein.

Traumatisierte Menschen entwickeln häufig eine große Angst vor Nähe, oft kombiniert mit einem gleichzeitigen, überstarken Bedürfnis danach. Insbesondere Missbrauchsopfer können häufig ihre eigenen Wünsche nach sexueller Intimität oder zärtlicher Verbundenheit nicht angemessen wahrnehmen oder ausdrücken, oder sie können nicht angemessen zwischen erwachsener Sexualität (ihrer eigenen und der des Partners) und liebevoller Fürsorge und Zuwendung unterscheiden. Dies kann zu diversen Verwicklungen, Verwirrungen und Retraumatisierungen führen.

Die Dissoziation vom eigenen Körperempfinden kann so weit gehen, dass der Betroffene sich teilnahmslos fühlt oder „gar nichts mehr“ fühlt bis hin zu einem teilweisen oder völligen Fehlen von körperlichen Schmerzempfindungen oder – umgekehrt – einer Sehnsucht nach Schmerz „um wenigstens irgendetwas zu fühlen“. Das kann zu körperlichen oder psychischen Selbstverletzungen führen, auch um aus unerträglichen Zustände von innerer Anspannung oder Gefühllosigkeit herauszukommen.

Viele traumatisierte Menschen leiden unter Depressionen und Ängsten, Drogensucht, Alkoholismus oder psychosomatischen Beschwerden, psychogenen Schmerzen, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, permanenten Infektionen, sexuellen Funktionsstörungen oder massiven sozialen oder Beziehungsstörungen.

Manche traumatisierte Personen erleben sich selbst, ihren Körper oder bestimmte Situationen als unwirklich („Derealisation“). Sie empfinden sich zeitweise als abwesend, als „nicht vorhanden“ oder als „außerhalb der Welt der anderen stehend“, oder sie empfinden relevante soziale Situationen (z.B. den Verlust einer geliebten Person) als bedeutungslos.

Trotz vieler, differenzierter, speziell für traumatisierte Menschen entwickelter psychotherapeutischer Methoden stellt die Behandlung von traumatisierten Menschen den Patienten und den Therapeuten vor enorme Herausforderungen. Insbesondere dass reale Traumatisierungen häufig nicht oder nicht vollständig bewusst sind oder nicht als solche eingeordnet werden, stellt hohe Anforderungen an die Professionalität des Therapeuten und die Bewältigungsfähigkeiten des Patienten.

Zu bedenken ist auch, dass nicht jede Form von psychischem Leid als Folge von Traumatisierungen verstanden werden kann. Manche Patienten beginnen eine Psychotherapie, um „ihr Trauma zu finden“, während ihr psychisches Leid eher auf chronische Beziehungsstörungen in der Kindheit, auf einen Mangel an erlernten Bewältigungskompetenzen, auf überfürsorgliche Eltern, auf sozial-politisch-ökonomische oder sonstige Probleme zurückgeht.

Werner Eberwein
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Was ist Akzeptanz- und Commitmenttherapie? (Teil 2 von 2)

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Teil 1 von 2 „Grundlagen“ und „Die Entstehung von psychischen Störungen“ finden Sie >>>hier.
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Psychische Flexibilität

Ziel der ACT ist es, die „psychische Flexibilität“ des Patienten zu stärken im Sinne einer flexiblen Achtsamkeit für den gegenwärtigen Augenblick („Hier und Jetzt“), für selbstgewählte Werte und engagiertes Handeln und einer Flexibilisierung des Selbstkonzepts, damit der Patient „psychische Rigiditäten“ überwinden und sich besser an „innere oder äußere Kontexte anpassen“ könne. „Das Modell der psychischen Flexibilität ist auf kulturelle Anpassung ausgelegt“ (Hayes et al 2014, S. 139). Read More „Was ist Akzeptanz- und Commitmenttherapie? (Teil 2 von 2)“

Wie verändert sich etwas durch Psychotherapie?

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Diese Frage würde von Vertreter der verschiedenen Therapieverfahren ganz unterschiedlich beantwortet. Ich möchte hier einige Aspekte herausgreifen und diese von meinem eigenen, vor allem humanistisch-psychodynamisch geprägten Standpunkt aus formulieren. Read More „Wie verändert sich etwas durch Psychotherapie?“

Wie findet man einen geeigneten Psychotherapeuten?

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Einen geeigneten Psychotherapeuten zu finden ist nicht einfach. Vor allem Psychotherapeuten mit Kassenzulassung sind in aller Regel sehr überlaufen. Viele von ihnen führen Wartelisten, so dass Patienten mit längeren Wartezeiten (in der Größenordnung von einigen Monaten) rechnen müssen.

Diesen Beitrag als 15minütigen
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Was ist Schematherapie? (Teil 2)

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[av_heading tag=’h2′ padding=’24‘ heading=’Wie funktioniert Schematherapie in der Praxis?‘ color=“ style=“ custom_font=“ size=“ subheading_active=“ subheading_size=’15‘ custom_class=“][/av_heading]

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Dies ist der zweite Teil meines Beitrages über Schematherapie. Hier finden Sie den ersten Teil.

Die therapeutische Beziehung in der Schematherapie

Der Kern der Schematherapie ist die Arbeit an den basalen Konflikten zwischen den primären Bedürfnissen des „inneren Kindes“ und den verinnerlichten Beziehungerfahrungen mit den Eltern (Eltern-Ich, Über-Ich). Dabei bewegt sich die therapeutische Beziehung auf einem Kontinuum zwischen Emotionsaktivierung und Reflexionsförderung und zwischen

  • einem akzeptierenden Pol (Unterstützung, Annehmen, Bindung, Nachbeelterung, Rescripting, korrektive emotionale Beziehungserfahrung), in dem „das innere Kind“ des Patienten ein kompensatorisches empathisches Verbundenheitsgefühl mit dem Therapeuten erleben kann

und einem

  • Konfrontationspol (Veränderung, Grenzen setzen, Fordern) in dem der Therapeut den Patienten „mit dem Realitätsprinzip konfrontiert“.

Der Schematherapeut stellt sich dem Patienten als „Modell gesunder Interaktion“ zur Verfügung, „er macht ihm vor, wie es geht“. Mit Hilfe von Rollenspieltechniken (z.B. in gestalttherapeutischer Stuhl-Arbeit), könne und solle sich der Therapeut tendenziell aus der Übertragungs-Gegenübertragungs-Beziehung distanzieren um „aus der Schusslinie zu gehen“.

„Wenn der Patient nicht kooperiert“, solle der Therapeut darauf mit „empathischer Konfrontation“ reagieren. Er könne zu dem Patienten beispielsweise sagen: „Wenn Sie so wie jetzt reagieren, laufen Sie Gefahr, nicht optimal von der Therapie zu profitieren.“ Anschließend „ruft“ der Therapeut „erwachsener Anteile“ und Ressourcen im Patienten „auf“. Diese Arbeitsweise verhindere allzu starke regressive Tendenzen beim Patienten.

Schematherapie versteht sich als manualisiertes Verfahren, bei dem sich der Therapeut und der Patient durch präzise technische Vorgaben sicherer fühlten. Der Therapeut solle „ähnlich wie ein Bergführer“ Souveränität ausstrahlen, um damit auch dem Patienten Sicherheit zu geben.

Beispiele für schematherapeutische Techniken

Viele Techniken der Schematherapie verstehen sich als „erlebnisbezogen-edukativ„. Es handelt sich in der Regel um detailliert vorgegebene Psychodrama- oder Trance-Techniken auf Basis tiefenpsychologischer Konzepte, die in einem verhaltenstherapeutischen Stil angewandt werden.

  • Der Therapeut kann den Patienten einladen, seine Modi (Zustände) in Achtsamkeit wahrzunehmen um aus dem „Autopiloten-Modus“ (aus der Involviertheit in die Emotionen) auszusteigen.
  • Durch psychodramatische Arbeit kann der Patient zu emotionsaktivierenden oder sozial adaptiven Dialogen eingeladen werden, wobei er zeitweise auf die Reflexionsebene wechselt. (Diese Arbeitsweise ist der Gestalttherapie, dem Psychodrama, dem NLP und den traumatherapeutischen Screen-Techniken entnommen.)
  • Durch „Extensionstechniken“ können ressourcenhaltige Helferpersonen imaginativ in den Therapieraum geholt werden, beispielsweise ein guter Freund, ein spiritueller Führer oder eine helfende Fantasiefigur. Auf diese Weise können latente Ressourcen aktiviert werden und Hyperfokussierungen des Patienten auf Affekte können gedämpft werden.
  • Durch „Substitutionstechniken“ können die Selbstbehauptungsfähigkeiten des Patienten stimuliert werden. Beispielsweise kann in einem Rollenspiel, in dem es um einen Konflikt mit einem Kollegen geht, die Person des Patienten durch seine eigene Tochter oder seinen eigenen Sohn ersetzt werden. Der Therapeut kann ihn dann fragen: „Wie fühlt sich das an, wenn ihr Kollege das mit ihrer Tochter/ihrem Sohn macht?“ Durch einen solchen Perspektivenwechsel könne der „Selbstbehauptungsmodus“ des Patienten aktiviert werden. Sodann wird der Patient nach seinem Körperempfinden befragt und zu einer Neubewertung der Situation aufgefordert.
  • Die Selbstbehauptungsfähigkeiten des Patienten können auch durch „pädagogisches Shaping“ (d.h. durch Vorgabe adaptiven/sozial „richtigen“ Verhaltens) gefördert werden.
  • Der Therapeut kann den Patienten affirmative Audiobotschaften auf sein Handy sprechen, z.B.: „Du bist völlig in Ordnung. Du konntest damals nicht anders, als zu erstarren. Aber heute ist eine andere Zeit. Heute kannst du wählen, wie du reagieren möchtest.“ Auf diese Weise könne der Therapeut in Form seiner Stimme als „gutes Übergangsobjekt“ vom Patienten introjiziert werden.
  • Ein Grundbedürfnis (nach Bindung, Selbstbehauptung, Kontrolle oder Lust) kann in der Therapie imaginativ auf einen leeren Stuhle gesetzt werden. Auf einem zweiten Stuhl wird dann ein Eltern-Introjekt imaginiert. Sodann wird ein Dialog zwischen diesen Teilen ausgearbeitet.
  • Der Therapeut kann den Patienten einladen, achtsamkeitsbasiert einen „inneren Beobachter“ aufzubauen um ihm zu helfen, aus seinen Schema-Automatismen auszusteigen. Im Laufe dieses Prozesses wird eine „überparteiliche Vermittlungsinstanz („der Richter“, „der Regisseur“, „der Dirigent“) aktiviert, der als „Ich-Instanz“ bezeichnet werden kann.
  • Therapeutische Problemaktivierung (Schema-Aktivierung) geschieht in der Regel in der Imagination (d.h. in Trance). Dabei wird der Patient in eine Kindheitssituation zurückgeführt, die dann als Ursprung und Entstehungsort des Schemas betrachtet wird: Der Patient wird eingeladen, in seine aktuellen „dysfunktionalen“ Gefühle „hineinzugehen“. Dann solle er durch eine assoziative Affektbrücke gefühls- und körpernahe Bilder alter Beziehungssituationen in seinem Geist entstehen lassen. Auf diese Weise könnten alte Muster und Affekte (Schemata) erlebnisorientiert zugänglich gemacht werden. Gleichzeitig helfe das dem Patienten, sich aus seiner aktuellen Involviertheit in diese alten Gefühle ein Stück weit zu lösen, indem er sie unmittelbar als alte Strukturen erlebt.

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Beispiel 1 einer schematherapeutischen Sequenz:
„Entmachtung des inneren Kritikers“

  1. Der Patient wird eingeladen, den „inneren Kritiker“ auf einen leeren Stuhl zu imaginieren, und das „innere Kind“ auf einen anderen Stuhl.
  2. Nun solle der Patient sich auf den Innerer-Kritiker-Stuhl setzen und in der Du-Form zum inneren Kind sprechen, z.B.: „Du bist nichts wert, was willst du überhaupt hier!“
  3. Dann solle sich der Patient auf den Inneres-Kind-Stuhl setzen, fühlen, welche Basisemotionen das innere Kind wahrnimmt und aus diesen heraus dem Kritiker antworten.
  4. Wenn der Patient in Erstarrung oder in kognitives Argumentieren verfällt, solle der Therapeut darauf bestehen, dass der Patient als inneres Kind seine Basisemotionen benennt und aus diesen heraus dem Kritiker antwortet.
  5. Anschließend wird der innere Kritiker imaginativ „entmachtet“ (z.B. mit Hilfe von Hilfspersonen, Wegschicken, Anbrüllen, Einsperren, imaginatives Töten usw.).
  6. Sodann fragt der Therapeut das innere Kind nach seinen Grundbedürfnissen (z.B. nach Schutz, Halt, Aufmerksamkeit).
  7. Der Patient als Erwachsener gibt der verletzten Seite des inneren Kindes imaginativ was es braucht.

Auf diese Weise könne ein intrapersonale Konflikt (mit gegen das eigene Selbst gerichtete Aggressionen) in einen imaginierten interpersonalen Konflikt (mit externalisierte Aggressionen) verwandelt werden. Wutgefühle des inneren Kindes werden also zum Zwecke der Selbstbehauptung zunächst als Ressourcen verstanden und aktiviert.

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Beispiel 2 einer schematherapeutischen Sequenz:
„Imaginatives Überschreiben“

  1. Der Patient wird in einen Entspannungszustand geführt.
  2. Er wird aufgefordert, sich eine aktuell belastende Situation hineinversetzen.
  3. Der Therapeut erfragt die Gefühle des Patienten in dieser Situation.
  4. Affektbrücke: Der Patient wird aufgefordert, sich an Situationen in seiner Kindheit zu erinnern, in denen er das selbe Gefühl hatte.
  5. Er wird suggestiv in ein vertieftes Nacherleben dieser alten belastenden Situation hineingeführt.
  6. Eine Hilfsperson wird in die Erinnerung eingeführt (z.B. der Patient selbst als Erwachsener, der Therapeut oder eine andere Person des Vertrauens).
  7. Überschreiben: Der Patient wird aufgefordert, mit Hilfe der Hilfsperson die imaginierte belastende Situation der Kindheit anders, nämlich konstruktiv ablaufen zu lassen (z.B. durch imaginierte „Gegengewalt“, „Einbeziehung mächtiger Personen wie Polizisten oder Soldaten“, „Unschädlichmachen“, „notfalls Töten des Täters“).
  8. Er wird aufgefordert, „die positiven Gefühle, die damit einhergehen“, vertieft zu erleben.
  9. Der Therapeut reorientiert den Patienten zurück in den Zustand des Alltagsbewusstseins.
  10. Die Erfahrung wird nachbesprochen.
  11. Der Therapeut gibt dem Patienten  eine Hausaufgabe.

(vgl. Jacob/Arntz: Schematherapie, Beltz 2014, S. 47ff)

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Im letzten Viertel einer Schematherapie wird aus den erkundenden Rollenspielen eine eher übende Variante von Rollenspielen, die dann stärker „verhaltenstherapeutisch“ angewandt werden.

In der Schematherapie ist es üblich, nach 25 wöchentlichen Sitzungen die Sitzungsfrequenz auf 14tägig zu dehnen und nach 50 Sitzungen dann auf monatliche Sitzungsintervalle zu gehen. Auf diese Weise „gestreckte“ 80 stündige Verhaltenstherapien werden als ausreichend zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen erachtet.

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Integrative psychotherapeutische Ansätze vermittle ich in meinen Fortbildungen.

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Kleine Literaturauswahl

  • Jacob, G. & Arntz, A.: Schematherapie (Fortschritte der Psychotherapie). Hogrefe 2013
  • Jacob, G. & Seebauer, L.: Schematherapie. Fallvideos zu Persönlichkeitsstörungen und Suizidalität. Weinheim: Beltz 2013
  • Roediger, E.: Einführung in die Schematherapie. Workshop im Rahmen des Kongresses Psychodynamische Psychotherapie – Wandel und Bewegung, 8.-10.Mai 2015 in Berlin, 2 CDs.
  • Roediger, E.: Fortschritte der Schematherapie. Konzepte und Anwendungen. Hogrefe 2010
  • Roediger, E.: Praxis der Schematherapie. Lehrbuch zu Grundlagen, Modell und Anwendung. München: Schattauer 2011
  • Young, E.: Schematherapie. Ein praxisorientiertes Handbuch. Junfermann 2008

Werner Eberwein
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Welche Verfahren der Psychotherapie gibt es?

Das ist ein ziemlich umfassendes Thema, das ich in Kürze nur ansatzweise darstellen kann, aber ich versuche es mal. (Die KollegInnen der entsprechenden Verfahren mögen mir meine Vereinfachungen verzeihen und sich melden, falls sie grobe Fehler entdecken.)

In Deutschland sprechen wir zur Zeit von vier großen „Verfahren“ der Psychotherapie, die sich in ihrer Herkunft, ihren Konzepten und Arbeitsweisen z.T. erheblich voneinander unterscheiden (die in der Praxis aber häufig miteinander kombiniert werden):

Read More „Welche Verfahren der Psychotherapie gibt es?“

Wie kann man Prüfungsängste mit Hypnose behandeln?

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[av_heading tag=’h2′ padding=’24‘ heading=’Wie kann man Prüfungsängste mit Hypnose behandeln?‘ color=“ style=’blockquote modern-quote‘ custom_font=“ size=“ subheading_active=“ subheading_size=’15‘ custom_class=“][/av_heading]

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Paul hat Angst. In zwei Wochen steht bei ihm das Physikum an, die ärztliche Vorprüfung seines Medizinstudiums. Er hat die Prüfung schon einmal „versiebt“, obwohl er gut vorbereitet war. Nun büffelt er Tag für Tag mit unzähligen Tassen Kaffee bis spät in die Nacht. Wenn er an die Prüfung denkt, wird ihm richtig schlecht. Vor Angst kann er sich kaum noch konzentrieren. Zufällig stolpert er im Internet über meine Homepage. Er schreibt mir eine Mail und bittet um einen Termin. Read More „Wie kann man Prüfungsängste mit Hypnose behandeln?“

Warum braucht gelingende Bindung einen Körper?

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Ich freue mich über einen Gastbeitrag von Thomas Harms über seine Erfahrungen in der Arbeit mit Säuglingen und ihren Familien.
Werner Eberwein.

Thomas Harms ist Diplom-Psychologe, er arbeitet seit über 25 Jahren im Feld der Krisenintervention und bindungsbasierten Körperpsychotherapie mit Säuglingen, Kindern und Erwachsenen. Zentrale Themen seiner Arbeit sind die körperpsychotherapeutische Arbeit mit Eltern und ihren Kindern nach überwältigenden Schwangerschafts- und Geburtserfahrungen. Weiterhin beschäftigt er sich mit der Entwicklung von Konzepten der Bindungsförderung in Kliniken und Eltern-Kind-Gruppen. Seit 1997 leitet er das „Zentrum für Primäre Prävention und Körperpsychotherapie“ (ZePP) in Bremen. Read More „Warum braucht gelingende Bindung einen Körper?“

Was ist Schematherapie? (Teil 1)

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Schematherapie ist eine von dem US-amerikanischen Psychologen und Psychotherapeuten Jeffrey Young (* 1950) begründete methodenintegrative Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie zur Behandlung vor allem von Persönlichkeitsstörungen. Read More „Was ist Schematherapie? (Teil 1)“

Wie arbeitet man körperpsychotherapeutisch mit Berührung?

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Körperpsychotherapeutische Berührung muss behutsam angewandt werden

Im Rahmen der Körperpsychotherapie kann die Arbeit mit Berührung dazu dienen, die Wahrnehmung der Klientin/des Klienten für ihren/seinen Körper, für ihre/seine Präsenz und ihre/seine Gefühle zu fördern. Berührung kann als Medium der nonverbalen Kommunikation genutzt oder zur Stimulation von Ausdrucksbewegungen eingesetzt werden. Sie kann in Form von Massage den körperenergetischen Zustand aktivieren, harmonisieren oder beruhigen. Berührung kann Halt gebende Zuwendung und Fürsorge sein oder eine therapeutische Regression fördern. Sie kann geschützte korrektive Erfahrungen mit körperlichem Kontakt ermöglichen oder einen nonverbalen Kommunikationskanal zu Erlebnisschichten unterhalb des kognitiv-sprachlich Zugänglichen eröffnen.

Wahrnehmungsfördernde Berührung

Bei wahrnehmungsfördernde Berührungen geht es darum, die Selbstwahrnehmungsfähigkeit des Klienten für seinen eigenen Körper zu stärken und ihn mit seinem Körper und mit seinen Gefühlen in Kontakt zu bringen.

Beispiel: Eine Klientin berichtet aufgeregt, sie habe ein Wochenende mit ihrer Schwester und ihrer Mutter verbracht und sich mit beiden heftig gestritten. Die Klientin wirkt aufgelöst und redet wie ein Wasserfall, aber ohne wirklichen Gefühlskontakt zu sich selbst. Nachdem ich ihr etwa 10 Minuten zugehört habe, bitte ich sie, ihren Redefluss zu unterbrechen, sich hinzulegen und in sich hineinzuspüren. Sie sagt: „Ich habe Angst.“ Ich frage sie, wo sie die Angst körperlich spüre. Sie deutet in die Magengegend. Ich lege vorsichtig meine Hand auf diese Stelle. Die Klientin beruhigt sich etwas. Nach einigen Minuten werden ihre Augen feucht, und sie sagt: „Es ist so traurig. Wir haben uns doch eigentlich lieb.“ Die Berührung hat ihr geholfen, vom Darüber-Reden zu ihren Gefühlen zu kommen.

Ausdrucksfördernde Berührung

Im Rahmen von ausdrucksfördernder körperpsychotherapeutischer Arbeit kann Berührung eingesetzt werden, um Verspannungen zu lockern oder um Emotionen eine Richtung zu geben, um Halt, Sicherheit und Grenzen zu geben, um Festhaltemuster zu „übernehmen“, oder um Ausdrucksimpulsen Widerstand zu geben.

Beispiel: Ein Klient berichtet, er sei angenervt von sich selbst, weil er sich gefangen fühle in der Rolle des immer braven, netten Kerls. Ich bitte ihn, sich hinzulegen und zu spüren, wo er die Angenervtheit in seinem Körper wahrnimmt. Er deutet auf seinen Bauch und sagt: „Hier sitzt es … es will heraus.“ Ich lege meine Fingerspitzen auf seinen Bauch und lockere mit einer leichten, vibrierenden Bewegung die Spannungen seiner Bauchmuskulatur. Der Klient beginnt, tiefer zu atmen und bewegt seine Hände in schlangenartigen Greifbewegungen in der Luft. Ich frage ihn: „Wie fühlt sich das an?“ Er antwortet: „Da ist etwas wie eine Krake in meinem Bauch … es kommt nur bis hierher und bleibt hier stecken“, der Klient zeigt dabei mit der Hand auf seine Kehle. Ich massiere leicht den Solarplexus und die Zwerchfellregion und streiche über Brustbein, Kehle und Kinn bis zum Mund. Der Klient äußert zunächst würgende, dann wütende Geräusche. Er tritt mit den Beinen in die Luft und sagt: „Die Krake tritt mich von innen … sie sagt zu mir: ‚hau auf den Tisch, sei ein Mann!’“ Die Aggression, die der Klient zu Beginn innen festgehalten und gegen sich selbst gerichtet hatte, beginnt, eine Richtung zu finden.

Symbolische Berührung

Symbolische Berührung findet in der Körperpsychotherapie in der Regel im Rahmen eines improvisierten Rollenspiels statt. Symbolische Berührungen drücken eine Beziehungsdynamik mit Hilfe einer Körpersymbolik aus.

Beispiel 1: Ein sehr großer, kräftiger Klient berichtet, er fühle sich Männern gegenüber oft unterlegen, wie geschrumpft und eingeigelt in einem Gefühl der Unfähigkeit. Ich bitte ihn, dieses Gefühl körperlich auszudrücken. Er krümmt sich auf dem Boden zusammen und zieht den Kopf ein. Er sagt: „Ich fühle mich wie ein Sklave, der für die Großartigkeit anderer Männer herhalten muss.“ Ich lege ein großes Kissen auf seinen Rücken, setze mich vorsichtig darauf und „mache es mir dort bequem“. Der Klient sagt: „Ja genau, so fühlt sich das an … ich schäme mich, dass ich das immer wieder mit mir machen lasse“. In der Folge befreit sich der Klient aus seiner würdelosen Haltung. Ich lade ihn ein, sich auf die selbe Weise auf meinen Rücken zu setzen und zu erfahren, wie sich das anfühlt (nicht gerade angenehm …) Die Körpersymbolik lässt eine Beziehungs- und Übertragungsdynamik unmittelbar erlebbar und bearbeitbar werden.

Beispiel 2: Eine Gruppenteilnehmerin mit Migrationshintergrund verbrachte ihre ersten Lebensjahre bei ihren Großeltern in einem arabischen Land. Sie fühlte sich von ihren Eltern alleingelassen. Sie reagiert sehr ablehnend auf eine andere Gruppenteilnehmerin, die sie an ihre Cousine aus der damaligen Zeit erinnert, und die die Lieblingsenkeltochter des Großvaters war. Ich setze mich auf ein Kissen leicht erhöht schräg hinter die zweite Gruppenteilnehmerin, streiche dieser symbolisch übers Haar wie ein Großvater seiner Enkelin und schaue dabei wie unbeteiligt zu der ersten Gruppenteilnehmerin hinüber. Diese sagt: „Es macht mich wahnsinnig, das so zu sehen … ich gebe es nicht gerne zu, aber ich bin total eifersüchtig.“ Die symbolische Berührung hat das emotionale Erleben einer alten Beziehungsdynamik aktiviert, was in der Folge berarbeitet wurde.

Massage

Massage im Rahmen einer Körperpsychotherapie kann unmittelbar wohltuend und stressreduzierend wirken, aber sie wirkt zugleich auch psychodynamisch. Sie kann dem Klienten helfen, sich in seinem Körpergefühl zu verwurzeln und sich seiner körperlichen Regungen bewusster zu werden. Massage kann eingekapselte, blockierte oder gestaute Lebensenergie zum Fließen bringen. Sie kann die psychosomatischen Selbstheilungsfunktionen des Körpers aktivieren, körperliche Fehlhaltungen korrigieren, einschränkende Atemmuster befreien, die Integration von Denken und Fühlen fördern, psychosomatische Beschwerden lindern oder Klienten nach traumatischen Ereignissen helfen, sich zu stabilisieren und zu vitalisieren. Sie kann helfen, verhärtete, gepanzerte Muskelpartien zu lockern, Klienten in Auflösungszuständen Halt geben oder Stauungen im Gewebe lösen. Sie kann die Körperabwehr lockern, so dass unbewusstes Material leichter ins Gewahrsein eintritt. Sie kann die Ich-Stabilität stärken, so dass sich die Integrität des Ich gegenüber dem Unbewussten und gegenüber äußeren Einflüssen festigt.

Wenn Sie körperpsychotherapeutische Berühungsarbeit lernen wollen, können Sie an meiner Fortbildung Körperpsychotherapie teilnehmen.

Werner Eberwein
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Was ist Körperpsychotherapie?

Körperpsychotherapie ist eine Richtung der Psychotherapie, die auf den Arbeiten von Wilhelm Reich aufbaut. Reich war Psychoanalytiker und Schüler von Sigmund Freud in Wien; daher sind viele Konzepte der Körperpsychotherapie ursprünglich aus psychodynamischen Ansätzen heraus entwickelt worden. In der Körperpsychotherapie wird mit aktivierten Gefühlen gearbeitet. Durch Körperarbeit können die Gefühle des Patienten mobilisiert, aber auch beruhigt werden.

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Was ist das Unbewusste?

In der psychodynamischen Psychologie und Psychotherapie versteht man unter dem Unbewussten einen Bereich der menschlichen Psyche, der dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist, aber diesem zugrundeliege, also etwas inneres, das wirkt, aber bewusst nicht unmittelbar erfahrbar oder kontrollierbar ist. Die Hypothese, dass das menschliche Seelenleben aus einem – wie auch immer verstandenen – Unbewussten heraus dominiert wird, ist das Fundament der Psychoanalyse. Read More „Was ist das Unbewusste?“

Was ist der Unterschied zwischen Psychoanalyse/Tiefenpsychologie, Verhaltenstherapie und Humanistischer Psychotherapie?

Zuerst muss man dazu sagen, dass die Begriffe „Verfahren“, „Methode“ und „Technik“ 2006 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie in seinem umstrittenen „Methodenpapier“ definiert wurden. Diese Begriffe sind spezifisch deutsche Konstrukte. Schon im europäischen Raum und erst recht in der internationalen Diskussion spielen diese Unterteilungen keine Rolle. Leider hat der Wissenschaftliche Beirat – Arm in Arm mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss – hier ein bürokratisches Raster beschlossen, dem sich die psychotherapeutischen Ansätze in Deutschland ob sie wollen oder nicht unterwerfen müssen. Read More „Was ist der Unterschied zwischen Psychoanalyse/Tiefenpsychologie, Verhaltenstherapie und Humanistischer Psychotherapie?“

Warum gehört die Körperpsychotherapie zur Humanistischen Psychotherapie?

In einem 9-minütigen Kurzvortrag habe ich (Werner Eberwein) auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Körperpsychotherapie (DGK) 10.-13.9.2015 ausgeführt, warum die Körperpsychotherapie trotz ihrer historischen und konzeptuellen Bezüge zu psychodynamischen Richtungen ein humanistischer Ansatz ist:

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Wann beginnen die neuen Fortbildungen?

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Zur Einführung halte ich eine Reihe von Vorträgen mit Demonstrationen und praktischen Übungen:

Zeit: jeweils mittwochs 18.30-21.30 Uhr

Ort: Praxisgemeinschaft Baruther Str. 21, 10961 Berlin (Nähe U-Bahnhöfe Gneisenaustraße/Mehringdamm/Hallesches Tor)

Teilnehmbeitrag: € 8,-

Anmeldung online erbeten.

Werner Eberwein
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Was ist humanistische Hypnotherapie?

Der Begriff „humanistische Hypnotherapie“ erscheint zunächst paradox: Im traditionellen Verständnis arbeitet Hypnotherapie mit bewusstseinsferner suggestiver „Einflussnahme“ in einem Zustand der Versenkung. Humanistische Psychotherapie hingegen betont achtsames Gewahrsein, Wahlfreiheit, Gestaltungskraft und Selbstverantwortung des Patienten. Wie geht das zusammen? Ich praktiziere Hypnotherapie auf der Basis einer humanistischen Grundhaltung. Das ist eine besonders wirkungsvolle Arbeitsweise für existenziell wirksame und nachhaltige psychotherapeutische Transformationsprozesse. Read More „Was ist humanistische Hypnotherapie?“

Wie funktioniert Hypnose bei Phobien?

Phobien sind umgrenzte Ängste vor bestimmten Objekten oder Situationen mit klar definierbarem Auslöser. Verbreitete Phobien sind zum Beispiel:

  • Flugangst,
  • Angst vor Konflikten oder vor Reden in der Öffentlichkeit (soziale Phobie),
  • Angst vor weiten Plätzen oder vor Menschengedränge (Agoraphobie),
  • Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie),
  • Angst vor Spinnen, Hunden, Pferden, Bienen o.ä. (Tierphobien),
  • Spritzenphobie.

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Was ist Mentalisierung?

Mentalisierung oder Mentalisieren ist ein in den letzten Jahren besonders unter Psychiatern und Psychoanalytikern häufig verwendeter abstrakter Begriff für eine Reihe psychischer Tätigkeiten bzw. Fähigkeiten. Er entspricht weitgehend dem, was der 2015 verstorbene Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, Marshall Rosenberg, als „Empathie und Selbstempathie“ bezeichnete, sofern man den Begriff „Empathie“ weit fasst und darunter nicht nur das Einfühlen in Emotionen, sondern auch das Reflektieren bzw. das Sich-Hineinversetzen beispielsweise in Einstellungen, Überzeugungssysteme und subjektive Bedeutungen versteht.

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Was ist Körperpsychotherapie?

Körperpsychotherapie ist eine Richtung der Psychotherapie, die auf den Arbeiten von Wilhelm Reich aufbaut. Reich war Psychoanalytiker und Schüler von Sigmund Freud in Wien; daher sind viele Konzepte der Körperpsychotherapie ursprünglich aus psychodynamischen Ansätzen heraus entwickelt worden. In der Körperpsychotherapie wird mit aktivierten Gefühlen gearbeitet. Durch Körperarbeit können die Gefühle des Patienten mobilisiert, aber auch beruhigt werden.

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Welche Formen von Psychotherapie werden von den Krankenkassen übernommen?

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen zur Zeit leider nur die Kosten für zwei Richtungen von Psychotherapie, und zwar für Verhaltenstherapie und für psychodynamische Psychotherapie; die psychodynamische Psychotherapie untergliedert sich dann noch mal in Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

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Was ist Phänomenologie?

Als Phänomenologie wird eine der maßgeblichen philosophische Strömungen des 20. Jahrhunderts bezeichnet, die vor allem von Edmund Husserl (1859-1938) ausgearbeitet wurde. Bekannte Phänomenologen sind z.B. Max Scheler, Martin Heidegger, Jean-Paul Sartre, Maurice Merleau-Ponty, Emmanuel Lévinas, Paul Ricoeur und Jaques Derrida.

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Wer darf, wer kann Hypnose anwenden?

Die Frage, wer Hypnose bzw. Hypnotherapie anwenden darf bzw. kann, ist etwas kompliziert. Man muss unterscheiden zwischen der berufsrechtlichen Erlaubnis (wer darf Hypnose/Hypnotherapie anwenden?) und der fachlichen Kompetenz (wer kann Hypnose/Hypnotherapie anwenden?). Außerdem muss man unterscheiden zwischen dem Begriff „Hypnose“, dem Begriff „Hypnotherapie“ und der Bezeichnung „Hypnotherapeut“. Read More „Wer darf, wer kann Hypnose anwenden?“

Was ist Hermeneutik?

Unter Hermeneutik versteht man seit dem 17. Jahrhundert in der Philosophie eine Theorie des Verstehens und Auslegens menschlicher Ausdrucksformen (z.B. von Texten, Kunstwerken, wörtlicher Rede usw.). Der Begriff Hermeneutik leitet sich von dem griechischen Wort hermeneuein = erklären, auslegen, übersetzen ab sowie vom Namen des griechischen Götterboten Hermes, der die Beschlüsse des Zeus verkündet und die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt führt. Die philosophische Hermeneutik geht zurück auf Schleiermacher und Dilthey sowie auf Heidegger und vor allem Gadamer und dann auf Habermas. Im Rahmen der Psychotherapie meint der Begriff Hermeneutik das Verstehen und Interpretieren der verbalen und nonverbalen Äußerungen des Patienten sowie der Interaktionen zwischen Patient und Therapeut im therapeutischen Prozess. Read More „Was ist Hermeneutik?“

Was ist Timeline-Arbeit?

Timeline-Arbeit ist eine psychotherapeutische Technik, die ursprünglich aus der Hypnotherapie stammt und die im NLP detailliert entwickelt und beschrieben wurde. Der Begriff Timeline bezieht sich dabei auf die psychische Repräsentation der Lebenszeit. Timeline-Arbeit gibt es in diversen Varianten. Read More „Was ist Timeline-Arbeit?“

Was ist hypnotischer Ressourcentransfer?

Ein relativ einfaches und häufig angewandtes Paradigma der kurzzeitpsychotherapeutischen Anwendung von Hypnose ist der hypnotische Ressourcentransfer. Das Grundprinzip dieser Methode besteht darin, eine oder mehrere starke emotionale Ressourcen des Klienten zu identifizieren, die ihm helfen können, sein Problem zu bewältigen, und diese in Trance auf das zu bearbeitende Problem zu applizieren. Die Technik erfolgt in folgenden Schritten: Read More „Was ist hypnotischer Ressourcentransfer?“

Wie funktioniert Hypnotherapie?

Hypnose hat ja den Ruf, praktisch universell und sehr einfach anwendbar zu sein und sehr schnell und zuverlässig zu funktionieren. Allerdings wird genau das auch heftig bezweifelt, oder es macht sogar Angst, weil man befürchtet, einem so „mächtigen“ Instrument willenlos ausgeliefert zu sein. Hypnotherapie ist ein Set von Konzepten und Techniken, die in Verbindung mit anderen Betrachtungsebenen und Kommunikationsformen einen psychotherapeutischen Prozess effektiver und sanfter machen können. Read More „Wie funktioniert Hypnotherapie?“

Was ist der Unterschied zwischen Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung?

  • Eine „Ausbildung“ ist die Vorbereitung auf einen staatlich geregelten und geschützten Ausbildungsberuf. Sie umfasst eine breit angelegte Grundbildung und die curriculare Vermittlung der für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse in einem geordneten Ausbildungsgang (Curriculum). Auch die Ausbildungen selbst sind in Aufbau und Inhalten staatlich geregelt. In diesem Sinne spricht man z.B. von der „Ausbildung“ zum Diplom-/Master-Psychologen, Verhaltenstherapeuten, Psychoanalytiker oder Tiefenpsychologen.

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Was ist körperpsychotherapeutische Atemarbeit?

Körperpsychotherapeutische Atemarbeit ist eine Arbeitsweise bzw. eine Facette innerhalb der Gesamtheit der Arbeitsweisen der Körperpsychotherapie, in der der Fokus auf dem Atemmuster des Patienten liegt. Körperpsychotherapeutische Atemarbeit kann auf vielfältige Weise zur Selbsterfahrung, zur Körper-Diagnostik oder als Intervention eingesetzt werden. Read More „Was ist körperpsychotherapeutische Atemarbeit?“

Was ist Psychodrama?

In einem 50minütigen Video-Interview mit Werner Eberwein beschreibt Dr. Jutta Fürst aus Hall/Tirol Grundkonzepte und Praxis des Psychodrama und seines Begründers Jacob Moreno (zum Starten bitte auf das Bild klicken):

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Werner Eberwein

Inwiefern ist die Körperpsychotherapie ein Teil der Humanistischen Psychotherapie?

Was wissenschaftliche Psychotherapie ist und welcher psychotherapeutische Ansatz zu welchem Verfahren zuzurechnen ist, entscheidet auf der bürokratischen Ebene zur Zeit der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP), der mit je 6 Vertretern der Bundesärztekammer und der Bundespsychotherapeutenkammer besetzt ist. Wenn ein Psychotherapieverfahren vom Beirat als wissenschaftlich anerkannt ist, kann es Approbationsausbildungen zum Psychotherapeuten anbieten. Wenn man die Terminologie des Wissenschaftlichen Beirats zugrunde legt, gibt es zur Zeit in Deutschland vier psychotherapeutische „Verfahren“:

  • das Psychodynamische,
  • das Behaviorale,
  • dass Systemische und
  • das Humanistische Verfahren.

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Was ist Biodrama?

Für die Arbeit mit äußeren und inneren Konflikten hat sich in der humanistischen Körperpsychotherapie die Arbeit mit dem Biodrama, also mit körperorientierten Rollenspielen bewährt. Das Biodrama ist dem Psychodrama verwandt, im Unterschied zu diesem aber weniger strukturiert, spielerischer und vielfältiger in Aufbau und Anwendungen, und der Schwerpunkt liegt stärker auf dem körperlichen Ausdruck von Emotionen in Mikro-Interaktionen, während er beim Psychodrama eher auf dem spielerischen Ausdruck von komplexeren Interaktionsszenen liegt. Read More „Was ist Biodrama?“

Was ist Intersubjektivität?

In seinem interessanten und kompakten Band „Der Andere in der Psychoanalyse. Die intersubjektive Wende“ (Kohlhammer Verlag Stuttgart, 2014,144 Seiten) beschreibt der Psychoanalytiker und emeritierte Professor für psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Ludwig-Maximilians-Universität München Michael Ermann die Quellen, Entwicklungen und Grundkonzepte der intersubjektiven Psychoanalyse. Read More „Was ist Intersubjektivität?“

Was ist Bewusstsein?

Im Jahre 1974 schrieb der 1937 in Belgrad geborene US-amerikanische Philosoph Thomas Nagel in der Zeitschrift Philosophical Review einen viel beachteten und häufig nachgedruckten Aufsatz mit dem Titel „Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?“. In diesem Aufsatz tritt er reduktionistischen Erklärungen des Bewusstseins entgegen, die Erlebensprozesse auf physikalische Hirnzustände, also neuronale Korrelate zurückzuführen versuchen. Dieser Aufsatz löste in der Philosophie des Geistes eine jahrzehntelange Diskussion aus, die so genannte „Qualia-Debatte“. (Mit dem Begriff Qualia [von lat. qualis: „wie beschaffen“] sind die subjektiven Erlebnisgehalte mentaler Zustände gemeint.) Read More „Was ist Bewusstsein?“

Was ist Dialog?

In seinem 1996 posthum erschienenen Buch „Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussion“ (7. Auflage Klett-Cotta-Verlag 2014) stellt der Londoner Professor für theoretische Physik David Bohm (1917-1992) seine Vorstellung von einem konstruktiven zwischenmenschlichen Dialog dar, die er in intensivem persönlichem Austausch mit Jiddu Krishnamurti entwickelt hat. Seine Konzepte haben Eingang in verschiedene Methoden z.B. der Mediation und des Businesscoaching gefunden. Ich möchte hier besonders die Aspekte herausarbeiten, die für eine humanistisch verstandene Psychotherapie von besonderer Bedeutung sind. Read More „Was ist Dialog?“

Wie läuft eine hypnotherapeutische Sitzung ab?

Eine hypnotherapeutische Sitzung läuft – vereinfacht – in fünf Phasen ab:

  1. Hypnosuggestive Kommunikation: Zuerst etabliert der Hypnotherapeut mit dem Patienten eine Ebene der hypnosuggestiven Kommunikation. Diese besteht nicht aus einer “Einbahnstraße” – der Therapeut “verabreicht” also nicht nur dem Patienten Suggestionen, sondern vielmehr schwingt er sich mit dem Patienten gemeinsam auf eine Ebene der Kommunikation ein, die mehr und mehr auch Grenzbereiche des Gewahrseins und schließlich einen Zugang zu unbewussten Bereichen beinhaltet. Die vielfältigen Ebenen der Beziehungsgestaltung, die hierbei zu berücksichtigen sind, sowie die vielfältigen Techniken, die hierfür entwickelt wurden, können hier nicht im Einzelnen behandelt werden. Read More „Wie läuft eine hypnotherapeutische Sitzung ab?“

Was ist humanistische Hypnotherapie?

Humanistische Hypnotherapie ist ein Stil oder eine Anwendungsweise von Hypnose bzw. Hypnotherapie, bei der der Respekt vor der Autonomie und der Freiheit des Patienten sowie die Idee der Anregung eigener Fähigkeiten und Gestaltungskräfte des Patienten im Zentrum steht.

In der Humanistischen Hypnotherapie wird grundsätzlich keinerlei Druck auf die Patientin oder den Patienten ausgeübt. Sie oder er wird nicht gedrängt, etwas bestimmtes zu tun oder nicht zu tun, zu erleben, zu denken oder zu fühlen. Es wird keinerlei Zwang ausgeübt. Die Erfahrungs- und Entscheidungsmöglichkeiten des Patienten werden in keiner Weise eingeschränkt oder begrenzt. Es wird auch keine Manipulation ausgeübt; der Patient wird auch nicht auf raffinierte Weise zu irgendetwas gebracht oder von etwas abgehalten. Read More „Was ist humanistische Hypnotherapie?“

Buch "Humanistische Psychotherapie – Theorien, Methoden, Wirksamkeit"

Soeben ist das Buch „Humanistische Psychotherapie – Theorien, Methoden, Wirksamkeit“ erschienen, herausgegeben von Manfred Thielen und mir. Es enthält Beiträge von prominenten Vertretern aller Humanistischer Richtungen sowie von integrativen Ansätzen und empirische Belege der Wirksamkeit der Humanistischen Psychotherapie.

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Read More „Buch "Humanistische Psychotherapie – Theorien, Methoden, Wirksamkeit"“

Was sind die Grundgedanken der Körperpsychotherapie?

Spannend ist die Körperpsychotherapie schon deswegen, weil das Spüren des eigenen Körpers uns ganz grundlegend ein Gefühl der zweifelsfreien Sicherheit im subjektiven Erleben der eigenen materiellen Existenz vermitteln kann (sofern es nicht durch Dissoziationsprozesse abgespalten ist). Diese „Seinsgewissheit“ durch die Leiberfahrung ist die zuverlässigste Basis des Realitätsbezuges, was insbesondere für strukturschwache und von emotionalen Überflutungen bedrohte Patienten zentral wichtig ist. Das leibliche Befinden ist nichts statisches sondern wird in Form von vitalen Grundrhythmen erlebt: Einatmen – Ausatmen, Anspannung – Entspannung, Kontraktion – Expansion, Aktivität – Ruhe usw. Read More „Was sind die Grundgedanken der Körperpsychotherapie?“

Was ist Neid?

Neid ist ein unangenehmes Gefühl der Kränkung wegen einer realen oder vermeintlichen ungerechten Benachteiligung. Es entspringt der das Selbstwertgefühl herabsetzenden Erkenntnis, im Vergleich mit einer anderen Person ohnmächtig unterlegen zu sein. Read More „Was ist Neid?“

Wie arbeitet man mit „Schreibabies“?

In seinem Buch „Emotionelle Erste Hilfe: Bindungsförderung – Krisenintervention – Eltern-Baby-Therapie“ (Leutner-Verlag 2008) beschreibt der Bremer Psychologe und Körperpsychotherapeut Thomas Harms die Theorie und Praxis des „Rebonding“ zur Arbeit mit „Schreibabies“ und deren Eltern. Thomas Harms ist Leiter des Zentrums für primäre Prävention (ZePP) in Bremen und Vorsitzender der Wilhelm-Reich-Gesellschaft. Er hat den Sammelband „Auf die Welt gekommen: Die neuen Baby-Therapien“ (Leutner-Verlag, 2000) herausgegeben. Read More „Wie arbeitet man mit „Schreibabies“?“

Was ist die Bindungstheorie?

Die Bindungstheorie ist eine entwicklungspsychologische Theorie, die sich mit den Eigenarten, Ursachen, und Folgen frühkindlicher Bindungsprozesse beschäftigt. Sie geht davon aus, dass Kleinkinder ein angeborenes Bedürfnis haben, dauerhafte, enge und emotional intensive, Sicherheit gebende Beziehungen („Bindungen“) zu ihren primären Bezugspersonen aufzubauen. Die Bindungstheorie untersucht die Wirkungen des Interaktionsverhaltens der Bindungsperson/en auf die kindliche Entwicklung sowie die generationsübergreifende Weitergabe von Bindungsmustern. Read More „Was ist die Bindungstheorie?“

Was ist die Februarmann-Technik?

Die Februarmann-Technik ist eine hypnotherapeutische Methode, die von dem US-amerikanischen Psychotherapeuten Milton Erickson entwickelt und in seinem erstmals 1989 bei Brunner & Mazel erschienenen Buch „The February Man – Evolving Consciousness an Identity in Hypnotherapy“ beschrieben und in ausführlichen Gesprächen mit seinem Schüler Ernest Rossi kommentiert wurde. Read More „Was ist die Februarmann-Technik?“

2. AGHPT-Kongress "Zeitkrankheit Depression", 25.-28.9.2014 in der FU Berlin

Am 25.– 28. September 2014 findet in der Freien Universität Berlin der 2. AGHPT-Kongress zum Thema „Zeitkrankheit Depression Aktuelle Perspektiven der Humanistischen Psychotherapie“ statt. Die Depression ist weltweit die mit Abstand häufigste psychische Erkrankung. Jeder fünfte Mensch erkrankt mindestens einmal im Leben daran, Frauen etwa doppelt so oft wie Männer. Read More „2. AGHPT-Kongress "Zeitkrankheit Depression", 25.-28.9.2014 in der FU Berlin“

Was ist normal?

Es ist überaus selten, dass ein Wissenschaftler von höchstem internationalem Rang sich im fortgeschrittenen Alter von 70 Jahren dazu aufrafft, seiner eigenen Zunft kräftig den Marsch zu blasen. Genau das hat der US-Amerikaner Allen Frances mit seinem 2013 im DuMont Verlag erschienenen, 400 Seiten starken Buch „Normal. Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen“ getan. Read More „Was ist normal?“

Was ist Neuropsychotherapie?

Es war ein spannendes Unterfangen, das sich Klaus Grawe in seinem Buch „Neuropsychotherapie“ vorgenommen hatte: er wollte die damals bekannten (Stand: 2004) Ergebnisse der Hirnforschung für die Psychotherapie nutzbar machen. Im ersten Teil des Buches trägt Grawe mit Akribie die Ergebnisse der Hirnforschung für die Psychotherapie zusammen. So scheint es laut Grawe heute beispielsweise relativ gut gesichert zu sein, dass bei depressiven Patienten bestimmte Hirnregionen (präfrontaler Cortex, Hippocampus) „durch mangelnde Benutzung“ im Volumen geschrumpft sind. Nach einer erfolgreichen Therapie nehmen diese Hirnregionen dagegen an Volumen und an Synapsendichte zu (Grawe 2004, S. 150 ff). Dies wäre der Nachweis dafür, dass sowohl psychische Störungen als auch psychotherapeutische Prozesse mit strukturellen Hirnveränderungen einhergehen. Psychotherapie kann also die Struktur des Gehirns verändern. Das ist interessant und stärkt die Reputation der Psychotherapeuten gegenüber den Medizinern. Read More „Was ist Neuropsychotherapie?“

Was ist Dialogische Trance-Begleitungs-Arbeit?

Dialogische Trance-Begleitungs-Arbeit (DTBA) ist ein von mir (Werner Eberwein) entwickeltes Modell für eine humanistisch geprägte Anwendungsweise von Hypnotherapie. In der DTBA bleiben Patient und Therapeut auch während der Trance/Hypnose weitgehend in verbalem Kontakt, sprechen also (zeitweise) miteinander, obwohl der Patient in einer (eher leichten bis mittleren) Trance ist und der Therapeut ein Stück weit mit ihm in eine Co-Trance geht. Read More „Was ist Dialogische Trance-Begleitungs-Arbeit?“

Was heißt „Begegnung“ in der Psychotherapie?

Im dritten Band seines 1993 erschienenen Buchs „Integrative Therapie“ hat Hilarion Petzold, der Begründer der Integrativen Therapie, einen Vortrag aus dem Jahre 1988 veröffentlicht, in dem er seine Erfahrungen in der Arbeit mit schwer- und todkranken Patienten reflektiert (die erweiterte 2. Auflage erschien 2003). Er untersucht darin verschiedene Aspekte des Begriffes und Prozesses der Begegnung in seiner psychologischen und philosophischen Einbettung. Read More „Was heißt „Begegnung“ in der Psychotherapie?“

Was ist Humanistische Psychotherapie?

Humanistische Psychotherapie (HP) versteht sich als wissenschaftlich begründetes und evaluiertes Heilverfahren für psychische Störungen.

Psychotherapeutisch behandlungsbedürftige psychische Krankheit wird verstanden als gravierende und sich über einen gewissen Zeitraum hin erstreckende Dysregulation der biopsychosozialen Interaktion, die mit einem subjektiven Empfinden von psychischem Leid und mit Erfahrungen multipler Entfremdung einhergeht, z.B. einer Entfremdung vom Körper, von den eigenen Gefühlen, vom sozialen Miteinander, von den eigenen Fähigkeiten, Grenzen, Strukturen oder Bindungen. Read More „Was ist Humanistische Psychotherapie?“

Stimmt es, dass in Kliniken häufig Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA's) als PsychotherapeutInnen eingesetzt werden?

Ja, leider ist das so. Im Spiegel Nr. 45/2013 erschien der Artikel

„Therapie beim Praktikanten“.

In dem Beitrag wird beschrieben, wie psychotherapeutische AusbildungspraktikantInnen (sogenannte „PiA’s“) in Kliniken ohne zureichende Ausbildung und oft ohne zureichende Anleitung und Aufsicht als PsychotherapeutInnen eingesetzt werden. Read More „Stimmt es, dass in Kliniken häufig Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA's) als PsychotherapeutInnen eingesetzt werden?“

Mit welchen Methoden und Techniken wird in den psychotherapeutischen Verfahren gearbeitet?

Hier eine Liste von Methoden und Techniken, die im psychodynamischen, behavioralen und humanistischen Verfahren der Psychotherapie angewandt werden (die Zusammenstellung erfolgte nach dem Antrag der AGHPT auf wissenschaftliche Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie, Autor: Prof. Jürgen Kriz): Read More „Mit welchen Methoden und Techniken wird in den psychotherapeutischen Verfahren gearbeitet?“

Wie können chronische Depressionen behandelt werden?

Der amerikanische Professor für Psychologie und Psychiatrie James McCullough Jr. (*1942) hat unter der Bezeichnung CBASP aus der kognitiven Verhaltenstherapie heraus eine Methode zur Behandlung chronischer Depressionen entwickelt (ausgesprochen heißt CBASP „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy“, also Kognitiv Behaviorales Analyse-System der Psychotherapie). Er hat die Methode detailliert beschrieben in seinen Büchern „Psychotherapie der chronischen Depression“ (Urban & Fischer 2006) und „Therapeutische Beziehung und die Behandlung chronischer Depressionen“ (Springer 2011). Read More „Wie können chronische Depressionen behandelt werden?“

Welche Formen von Depression gibt es?

Früher unterschied man

  • endogene Depression (auch „Major Depression“), angeblich aufgrund von Stoffwechselstörungen im Gehirn, gedacht als Form einer affektiven Psychose,
  • neurotische Depression, verstanden als Erschöpfungszustand durch anhaltende belastende Erfahrungen und
  • reaktive Depression als akute Reaktion auf ein aktuelles belastendes Ereignis. Read More „Welche Formen von Depression gibt es?“

Was ist dialogische Psychotherapie?

Der dialogische Ansatz ist eine humanistische Orientierung in der Psychotherapie, die auf den Philosophen Martin Buber zurückgeht. Es handelt sich nicht um eine bestimmte Schule der Psychotherapie, sondern um eine Art und Weise, Psychotherapie zu verstehen und zu praktizieren, die aber in den humanistischen Richtungen der Psychotherapie seit 60 Jahren besonders gepflegt wird. (Erst in den letzten Jahren sind auch z.B. in der Psychoanalyse unter dem Begriff „interpersonelle“ oder „relationale Wende“ ähnliche Entwicklungen zu verzeichnen, wobei praktisch nie auf die wesentlich älteren Schriften von z.B. Roger, Perls oder Moreno verwiesen wird.) Read More „Was ist dialogische Psychotherapie?“

In welchen Anwendungsbereichen muss ein Psychotherapieverfahren seine Wirksamkeit nachweisen?

Nach den Kriterien des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie muss ein psychotherapeutisches Verfahren, um als „wissenschaftlich“ im Sinne des Beirats anerkannt zu werden, seine Wirksamkeit mittels RCT-Studien in mindestens fünf der folgenden 18 „Anwendungsbereiche“ nachweisen (die Zahlen beziehen sich auf die Diagnosen-Nummern im ICD-10): Read More „In welchen Anwendungsbereichen muss ein Psychotherapieverfahren seine Wirksamkeit nachweisen?“

Warum kann Gesprächspsychotherapie nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden?

Hier ein Text von Prof. Jürgen Kriz, ehemaliges Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP) und Karl-Otto Hentze, ehemaliger Bundesgeschäftsführer der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG), in dem beschrieben wird, wie der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Anerkennung der Gesprächspsychotherapie (GT) für die Abrechnung über die Krankenkassen verhindert hat: Read More „Warum kann Gesprächspsychotherapie nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden?“

Was ist die humanistische Mailingliste?

Die Humanistische Mailingliste der Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie (AGHPT) ist ein fachliches und politisches Diskussionsmedium in Form eines E-Mail-Verteilers. In der Humanistischen Mailingliste können Sie Psychotherapie-technische oder -politische Fragen in Bezug auf Humanistische Psychotherapie an eine Vielzahl von TherapeutenkollegInnen stellen. Sie können Anfragen beantworten, und Ihre Antworten werden per E-Mail an alle anderen TeilnehmerInnen der Humanistischen Mailingliste versandt. Read More „Was ist die humanistische Mailingliste?“

Ist Hypnose Manipulation?

Diese Frage wird von Patienten und Kollegen manchmal, von Pressevertretern in Interviews fast immer gestellt. Dahinter verbirgt sich die Unsicherheit, ob es mit Hypnose bspw. möglich sei, jemandem Geheimnisse zu entlocken, die er im Wachzustand nicht preiszugeben bereit wäre, oder ihn zu Handlungen zu verleiten, die im kontrollierten Zustand seinem moralischen Empfinden widersprechen würden. Read More „Ist Hypnose Manipulation?“

Wie kann man in Hypnose mit dem Unterbewusstsein kommunizieren?

Patienten, die mit dem Wunsch nach einer Psychotherapie unter Verwendung von hypnotischen Techniken einen Psychotherapeuten aufsuchen, leiden in der Regel unter spezifischen Problemen, mit denen sie alleine nicht weiterkommen. Diese Probleme definieren sie für sich selbst in der Regel in Form von Vermeidungszielen, z.B.: „Ich möchte diese Angst/Unsicherheit/Depression/Abhängigkeit/psychosomatische Störung … loswerden“. Read More „Wie kann man in Hypnose mit dem Unterbewusstsein kommunizieren?“

Was ist Narzissmus?

Narzissmus ist eine Störung der Beziehung zu sich selbst und zu anderen Menschen, die sich vor allem als Störung des Selbstwertgefühls äußert. Narzisstische Menschen leiden unter einer psychischen Spaltung zwischen

  • einem „Größenselbst“ – einem übersteigerten perfekten, grandiosen, makellosen Bild und
  • einem „entwerteten Selbst“ – einer wertlosen, minderwertigen, verachteten, verachtungswürdigen, mickrigen Vorstellung

von sich selbst, von anderen, von Beziehungen und von der Welt. Read More „Was ist Narzissmus?“

Wie kommen beim Menschen Entscheidungen zustande?

Menschen, die man als „verkopft“ bezeichnet, versuchen, Entscheidungen allein mit dem Verstand zu fällen, oder sie gehen davon aus, dass sie das fast immer täten. Sie glauben, auf einer rein rationalen Ebene durch Abwägung von Für und Wieder zu einer „vernünftigen“ Entscheidung kommen zu können.Rein rationales Entscheidung ist jedoch unmöglich. Computer beispielsweise können Entscheidungen nur auf Basis vorgegebener Entscheidungsroutinen fällen. Wie könnte ein Computer beispielsweise entscheiden, ob ihm ein Salat, ein Steak, ein Glas Wasser oder ein Stück Kuchen „lieber“ wäre? Das kann er nur, wenn ihm eine Bewertungsroutine einprogrammiert ist. Read More „Wie kommen beim Menschen Entscheidungen zustande?“

Welche Rolle spielen Sinnfragen in der Psychotherapie?

In seinem Buch „Sinnvoll leben – Eine praktische Anleitung der Logotherapie“ (Residenz-Verlag 2007) beschreibt der 1951 geborene österreichische Psychotherapeut Alfried Längle die Grundprinzipien der Existenzanalyse nach Viktor Frankl und zugleich die existenzphilosophischen Grundlagen der Humanistischen Psychotherapie. Read More „Welche Rolle spielen Sinnfragen in der Psychotherapie?“

Was weiß die Hirnforschung wirklich?

In seinem jüngst erschienenen Buch „Neuromythologie – Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung“ (2012) kritisiert der Berliner Pharmakologe und kritische Neurowissenschaftler Felix Hasler die übertriebenen Ansprüche mancher in der Presse und im Fernsehen in den letzten Jahren sehr präsenter, biologistisch orientierter Hirnforscher. Hasler stellt eine „schier unglaubliche Diskrepanz zwischen dem gegenwärtigen Welterklärungsanspruch der Neurowissenschaften und den empirischen Daten“ (1) fest. (Die Zahlen im Text beziehen sich auf das Buch von Hasler.) Read More „Was weiß die Hirnforschung wirklich?“

Was ist das Menschenbild der Humanistischen Psychotherapie?

Hier ein Vortrag zum Thema „Das Menschenbild der Humanistischen Psychotherapie“, den ich am 12. Oktober 2012 in der URANIA Berlin im Rahmen des AGHPT-Kongresses „Humanistische Psychotherapie – Einheit und Vielfalt“ gehalten habe. Um die Dateien klein zu halten, ist der Vortrag in 5 MP3-Dateien à ca. 10 Minuten aufgeteilt, er ist also insgesamt ca. 45 Minuten lang:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Werner Eberwein

Warum will die Humanistische Psychotherapie jetzt als ein Verfahren gelten?

Hier ein Vortrag von Jürgen Kriz, Prof. em. für Psychologie und Psychotherapie, Unversität Osnabrück, den eram 12. Oktober 2012 in der URANIA Berlin im Rahmen des AGHPT-Kongresses “Humanistische Psychotherapie – Einheit und Vielfalt” gehalten hat.

Um die Dateien klein zu halten, ist der Vortrag in 5 MP3-Dateien à ca. 9 Minuten aufgeteilt – er ist also insgesamt ca. 45 Minuten lang:

Jürgen Kriz: Die Humanistische Psychotherapie als Verfahren

Teil 1
Teil 2

Teil 3
Teil 4
Teil 5

Wie schafft es die Verhaltenstherapie, alle anderen Verfahren aus der Psychotherapielandschaft zu verdrängen?

Das folgende ist das Manuskript eines Workshops von Prof. em. Dr. Jochen Eckert auf dem 9. Hamburger Symposion Persönlichkeitsstörungen „Von Verdammen und Versöhnen“, 7. und 8. September 2012.

Prof. Eckert war 1998-2012 Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie (WBP). Er war Präsident der Deutschen Psychologischen Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie (DPGG) und stellvertretender geschäftsführender Direktor des Instituts für Psychotherapie der Universität Hamburg. Read More „Wie schafft es die Verhaltenstherapie, alle anderen Verfahren aus der Psychotherapielandschaft zu verdrängen?“

Welche Folgen hat ein Trauma?

Trauma

Von einem psychischen Trauma sprechen wir, wenn ein vorher relativ stabiler Mensch Erfahrungen mit massiver körperlicher oder psychischer Gewalt oder Bedrohung macht, die seine Verarbeitungsmöglichkeiten überfordert, die er daher nur mit Abwehrprozessen bewältigen kann, und die dadurch seine psychische Struktur destabilisieren oder verzerren. Traumata bringen einen Menschen in einen Zustand überwältigender Hilflosigkeit, weil seine körperliche oder psychische Integrität oder die von ihm nahestehenden Personen existenziell bedroht ist. Read More „Welche Folgen hat ein Trauma?“

Wie versteht ein Humanistischer Psychotherapeut seine Funktion?

Ein Humanistischer Psychotherapeut hat ein bestimmtes Verständnis davon, welche Rolle er im psychotherapeutischen Prozess spielen möchte, und welche Funktionen er sich zu erfüllen bemüht. Das Selbstverständnis des Humanistischen Psychotherapeuten besteht aus einer Reihe von Facetten, die in ihrer Gesamtheit die Humanistische Psychotherapie tendenziell (nicht absolut) von anderen psychotherapeutischen Richtungen unterscheidet: Read More „Wie versteht ein Humanistischer Psychotherapeut seine Funktion?“

Wie ist die Atmosphäre in einer Humanistischen Psychotherapie?

Psychotherapeuten, die sich der Humanistischen Orientierung zurechnen, bemühen sich um eine bestimmte Art der Beziehungsgestaltung zum Patienten, die eine spezifische Atmosphäre zwischen Therapeut und Patient erzeugt, das Humanistische “Ambiente”. Eine Humanistische Atmosphäre ist durchaus auch bei Angehörigen anderer Therapieschulen anzutreffen, vor allem wenn sie von Humanistischen Grundgedanken beeinflusst sind. Read More „Wie ist die Atmosphäre in einer Humanistischen Psychotherapie?“

Hat die Hirnforschung bewiesen, dass wir keinen freien Willen haben?

Wenn wir uns für etwas entscheiden, zum Beispiel wohin wir in Urlaub fahren, ob wir uns eine Einbauküche zu legen, eine Psychotherapie machen oder welche Partei wir wählen, ist unser Wille dann frei, können wir entscheiden was wir wollen, oder ist unser Wille durch irgend etwas vorherbestimmt (determiniert), so dass wir gar nicht anders können, als genau so zu entscheiden wie wir eben entscheiden und dies dann nur im Nachhinein als Willensfreiheit empfinden? Read More „Hat die Hirnforschung bewiesen, dass wir keinen freien Willen haben?“

Wie sieht das Menschenbild der humanistischen Psychotherapie aus?

In der humanistischen Psychotherapie gehen wir davon aus, dass der Mensch nicht nur motiviert wird durch seine homöostatischen Grundbedürfnisse wie z.B. das Bedürfnis nach Schlaf, nach Essen und Trinken oder nach Temperaturregulation, die sich einregulieren um einen bestimmten Zielwert herum, sondern dass wir als Menschen vor allem durch sogenannte Wachstumsbedürfnisse motiviert sind, die auf fortgesetzte Weiterentwicklung hin ausgerichtet sind, z.B. das Bedürfnis nach Wissen, nach Selbstverwirklichung oder nach Sinn. Read More „Wie sieht das Menschenbild der humanistischen Psychotherapie aus?“

Was unterscheidet Gruppenpsychotherapie von Einzelpsychotherapie?

Aus meinen Erfahrungen in nunmehr fast 30 Jahren der Leitung einer wöchentlichen körperorientierten Therapiegruppe kann ich sagen, dass die Prozesse in solchen Gruppen derart vielfältig, vielgestaltig und komplex sind, dass es mir unmöglich wäre, sie systematisch unter einem oder wenigen Gesichtspunkten zu beschreiben. Daher möchte ich hier eine Reihe von Betrachtungsebenen auffächern, also Sichtweisen darauf, was eine Therapiegruppe im Unterschied zu einer Einzel-Psychotherapie bzw. darüber hinaus sein kann. Read More „Was unterscheidet Gruppenpsychotherapie von Einzelpsychotherapie?“

Ist die Humanistische Psychotherapie wissenschaftlich?

Prof. Jürgen Kriz, emeritierter Professor für Psychotherapie und Klinische Psychologie an der Universität Osnabrück und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der AGHPT erläutert in einem 5minütigen Kurzinterview, warum die Humanistische Psychotherapie als wissenschaftlich anerkannt werden sollte und was die Probleme dabei sind.

Werner Eberwein

Was ist MBSR?

MBSR (engl. Mindfulnes Based Stress Reduction: Achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung) ist ein ab 1979 von dem US-amerikanischen ehemaligen Molekularbiologen John Kabat-Zinn, Ph.D. (*1944) entwickeltes Gesundheitsprogramm zur Stressbewältigung durch erweiterte Achtsamkeit und zur Unterstützung bei der Entwicklung einer gesundheitsfördernden Lebensführung. Read More „Was ist MBSR?“

Was ist Gesprächstherapie?

Als Gesprächstherapie werden landläufig alle Formen der Psychotherapie bezeichnet, in denen nur oder überwiegend gesprochen wird. Es gibt aber auch eine spezifische Methode, die unter diesem Titel bekannt geworden ist: “Gesprächspsychotherapie” (GPT) nach Carl Rogers, auch als “Klient-zentrierte Psychotherapie” oder international üblich als “Personzentrierte Psychotherapie” bezeichnet, ist eine Therapieform der humanistischen Psychotherapie. Sie geht auf den amerikanischen Psychologieprofessor Carl Rogers (1902-1987) zurück. In Deutschland wurde sie in den 1960er Jahren v.a. durch den Hamburger Psychologieprofessor Reinhard Tausch und dessen Frau Anne-Marie bekannt gemacht. Read More „Was ist Gesprächstherapie?“

Was ist Transaktionsanalyse?

Transaktionsanalyse (TA) ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das in den 1950er Jahren von dem kanadischen Psychiater Erik Berne (1910-1970) begründet wurde. TA integriert Gedankengut aus der Tiefenpsychologie, Gestalttheorie, Verhaltenstherapie und aus systemischen Ansätzen und ist vom Menschenbild her der Humanistischen Psychotherapie zuzuordnen.

Read More „Was ist Transaktionsanalyse?“

Was ist eine schizoide Persönlichkeitsstörung, und wie wird sie behandelt?

Bei der schizoiden Persönlichkeit handelt es sich um eine Kontaktstörung in Bezug auf die emotionalen Beziehungen zu anderen Menschen, zur Umwelt und zum eigenen Körper. Die schizoide Persönlichkeitsstörung (von griechisch schizo = „abgespalten“) darf nicht mit Schizophrenie verwechselt werden. Read More „Was ist eine schizoide Persönlichkeitsstörung, und wie wird sie behandelt?“

Was ist eine Depression?

Die verschiedenen Formen von Depression sind die mit Abstand am häufigsten diagnostizierten Formen von psychischem Leid. Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass etwa 4 Millionen Deutsche derzeit als depressiv einzuschätzen sind. Dabei werden Depressionen etwa doppelt so oft bei Frauen wie bei Männern diagnostiziert. Read More „Was ist eine Depression?“

Wie funktioniert Selbsthypnose und Imagination für Krebspatienten?

Ein Selbsthypnose-Ritual beginnt mit vertiefter Entspannung durch innere Sätze (Autosuggestion), innere Bilder (Imagination) und Gefühls-Vorstellungen (Zustandsimaginationen), die den Übenden helfen, in einen vertieften Entspannungszustand und zu einer meditativen Haltung des Geschehenlassens zu finden. Read More „Wie funktioniert Selbsthypnose und Imagination für Krebspatienten?“