Was ist Feldenkrais?

Eine erste Feldenkrais-Stunde ist für viele ungewohnt – aber meist sehr sanft, ruhig und überraschend einfach. So läuft sie typischerweise ab:

1. Ankommen & kurzes Gespräch (5–10 Minuten)

  • Die Lehrerin / der Lehrer fragt evtl.:
    • ob du Schmerzen oder Einschränkungen hast
    • was dich zur Feldenkrais-Methode bringt
  • Keine Diagnose, kein Ausziehen, kein „Test“

Du darfst alles sagen, musst aber nichts erklären oder rechtfertigen.

2. Einstieg in die Bewegung

Je nach Format:

Gruppe (Bewusstheit durch Bewegung)

  • Meist im Liegen auf einer Matte (oft Rückenlage)
  • Manchmal Sitzen oder Stehen
  • Bequeme Kleidung, Schuhe aus

Einzelstunde (Funktionale Integration)

  • Du liegst oder sitzt, die Lehrperson bewegt dich sehr behutsam
  • Du bleibst passiv oder minimal aktiv

3. Die eigentliche Arbeit (30–45 Minuten)

  • Sehr kleine, langsame Bewegungen
  • Wiederholungen mit Variationen
  • Häufige Pausen

Wichtige Prinzipien:

  • Kein Schmerz
  • Kein Dehnen
  • Keine Anstrengung
  • Du gehst nur so weit, wie es angenehm ist

Typische Anleitungen:

  • „Bewege nur so weit, dass es leicht bleibt.“
  • „Spüre den Unterschied zwischen links und rechts.“
  • „Mach eine Pause und nimm wahr.“

Pausen sind Teil der Methode, kein Unterbrechen.

4. Wahrnehmen statt Bewerten

Zwischendurch und am Ende:

  • Spüren: Kontakt zum Boden, Atmung, Länge, Gewicht
  • Oft ein Gefühl von mehr Raum, Ruhe oder Klarheit

Es gibt keine Korrektur, kein Lob, kein „so ist es richtig“.

5. Abschluss & Nachspüren

  • Langsames Aufrichten
  • Kurzer Vergleich: Wie stehst du jetzt? Wie gehst du?
  • Austausch, wenn du möchtest (aber kein Muss)

Was viele überrascht

  • Wie wenig Bewegung so viel bewirken kann
  • Dass sich Veränderungen indirekt zeigen
  • Dass es sich eher wie Lernen als wie „Behandlung“ anfühlt

Was du mitbringen solltest

  • Bequeme Kleidung
  • Offenheit & Neugier
  • Keine Vorkenntnisse nötig

Die Feldenkrais-Methode ist besonders geeignet für Menschen, die sanft, nachhaltig und selbstbestimmt mit ihrem Körper arbeiten möchten. Sie passt nicht für jede Erwartung – aber für viele Bedürfnisse sehr gut.

Besonders geeignet für …

Menschen mit chronischen oder diffusen Beschwerden

  • Rücken-, Nacken-, Schulter- oder Gelenkschmerzen
  • Schmerzen ohne klare Ursache
  • Spannungskopfschmerzen

Feldenkrais setzt nicht am „Problemteil“ an, sondern an Bewegungsgewohnheiten.

Menschen, die Stress abbauen möchten

  • hohe Anspannung
  • Erschöpfung, Burnout-Nähe
  • Atemprobleme durch Stress

Die langsame Arbeit wirkt oft regulierend auf das Nervensystem.

Tänzer:innen, Musiker:innen, Schauspieler:innen

  • Verbesserung von Feinmotorik, Koordination, Ausdruck
  • Vorbeugung von Überlastung
  • Ökonomischere Bewegungen

Menschen nach Verletzungen oder OPs

  • als Begleitung zur Rehabilitation
  • wenn klassische Physiotherapie nicht weiterhilft
  • bei Angst vor Bewegung

Immer ergänzend, nicht ersetzend.

Menschen jeden Alters

  • Kinder mit Bewegungs- oder Aufmerksamkeitsproblemen
  • Erwachsene mit sitzender Arbeit
  • Ältere Menschen zur Erhaltung von Beweglichkeit & Balance

Kein Leistungsdruck, keine Altersgrenze.

Menschen, die …

  • neugierig sind auf Körperlernen
  • bereit sind, langsamer zu werden
  • nicht „trainieren“, sondern verstehen wollen
  • aktive Mitgestaltung schätzen

Weniger geeignet (oder mit klarer Erwartung)

  • Menschen, die schnelle Schmerzfreiheit erwarten
  • Wer starkes Stretching, Kraft oder Schwitzen sucht
  • Akute Notfälle ohne ärztliche Abklärung

Kurz gesagt

Feldenkrais eignet sich besonders für Menschen, die nicht „repariert“ werden wollen, sondern lernen möchten, sich anders zu bewegen.

ChatGPT, OpenAI