Was sind Deduktion und Induktion?
Deduktion und Induktion sind zwei grundlegende Methoden des logischen Schlussfolgerns.
Deduktion
Deduktion bezeichnet ein Schlussverfahren, bei dem von einer allgemeinen Regel auf einen konkreten Einzelfall geschlossen wird. Sind die zugrunde liegenden Prämissen wahr und der Schluss logisch korrekt, ergibt sich die Schlussfolgerung mit Notwendigkeit.
Beispiel
- Alle Menschen sind sterblich.
- Sokrates ist ein Mensch.
- Also ist Sokrates sterblich.
Die Deduktion verläuft somit vom Allgemeinen zum Besonderen. Sie dient nicht dazu, neues Wissen zu erzeugen, sondern macht sichtbar, was bereits in den Ausgangsannahmen enthalten ist.
Gültigkeit und Wahrheit
Bei deduktiven Schlüssen ist zwischen logischer Gültigkeit und inhaltlicher Wahrheit zu unterscheiden. Ein Schluss kann logisch korrekt aufgebaut sein, aber dennoch zu einer falschen Aussage führen, wenn eine der Prämissen falsch ist.
Beispiel:
- Alle Hunde können fliegen.
- Ein Dackel ist ein Hund.
- Also kann ein Dackel fliegen.
Der Schluss ist logisch gültig, die Aussage jedoch inhaltlich falsch, da die erste Prämisse nicht der Realität entspricht.
Induktion
Induktion bezeichnet ein Schlussverfahren, bei dem aus mehreren Einzelbeobachtungen eine allgemeine Regel oder Vermutung abgeleitet wird. Sie verläuft vom Besonderen zum Allgemeinen.
Beispiel
- Der Bus kam heute zu spät.
- Der Bus kam gestern zu spät.
- Der Bus kam in den letzten Tagen wiederholt zu spät.
- Daraus wird geschlossen, dass der Bus wahrscheinlich häufig oder immer zu spät kommt.
Im Unterschied zur Deduktion führt die Induktion nicht zu einer logisch zwingenden, sondern lediglich zu einer wahrscheinlichen Schlussfolgerung. Neue Beobachtungen können die aufgestellte Regel jederzeit widerlegen.
Merksatz
- Deduktion: Eine allgemeine Regel wird auf einen Einzelfall angewendet.
- Induktion: Aus Einzelfällen wird eine allgemeine Regel abgeleitet.
Werner Eberwein
