Wer war Franz Anton Mesmer?
Franz Anton Mesmer (1734–1815) war ein deutscher Arzt, der durch die Entwicklung der Theorie des sogenannten „animalischen Magnetismus“ bekannt wurde. Diese Theorie ging davon aus, dass ein unsichtbares Fluidum alle Lebewesen durchströme und gesundheitliche Störungen auf ein Ungleichgewicht dieses Flusses zurückzuführen seien.
Mesmer studierte Medizin in Wien und promovierte 1766 mit einer Arbeit über den Einfluss kosmischer Kräfte auf den menschlichen Körper. In seiner späteren Praxis versuchte er, Krankheiten durch Handbewegungen, den Einsatz von Magneten sowie durch ritualisierte Behandlungssituationen zu beeinflussen. Dazu gehörten unter anderem gemeinschaftliche Sitzungen mit dem sogenannten „Baquet“, einem mit Flüssigkeit und Metallstäben ausgestatteten Behälter.
Nach ersten Erfolgen in Wien ließ sich Mesmer in Paris nieder, wo seine Methoden große öffentliche Aufmerksamkeit erhielten. 1784 wurde seine Lehre von einer Untersuchungskommission geprüft, an der unter anderem Benjamin Franklin und Antoine Lavoisier beteiligt waren. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass kein nachweisbares magnetisches Fluidum existiere und die beobachteten Wirkungen vor allem auf Suggestion und Vorstellungskraft beruhten.
Trotz der wissenschaftlichen Widerlegung seiner Theorie hatte Mesmers Arbeit Einfluss auf die spätere Entwicklung der Hypnose und Psychotherapie. Seine Methoden trugen dazu bei, die Bedeutung psychischer Faktoren sowie der Beziehung zwischen Behandelnden und Patienten stärker zu berücksichtigen. Der von späteren Forschern weiterentwickelte Mesmerismus gilt daher als ein historischer Vorläufer der modernen Hypnose.
Werner Eberwein
