Was ist Nepotismus?
Nepotismus bezeichnet die Bevorzugung von Verwandten, Freunden oder engen Bekannten bei der Vergabe von Positionen, Aufträgen oder anderen Vorteilen, unabhängig von deren fachlicher Qualifikation. Der Begriff geht auf das lateinische nepos („Neffe“, „Enkel“) zurück und wurde historisch im Zusammenhang mit der Praxis mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Päpste verwendet, nahestehende Personen mit einflussreichen Ämtern zu betrauen.
In der heutigen Verwendung beschreibt Nepotismus allgemein Formen der Begünstigung innerhalb persönlicher Netzwerke in Politik, Wirtschaft und anderen Organisationen. Im Deutschen werden dafür auch Begriffe wie „Vetternwirtschaft“ oder „Klüngel“ verwendet. Verwandte Konzepte sind Korruption und Klientelismus.
Typische Merkmale von Nepotismus sind Entscheidungen auf Grundlage persönlicher Beziehungen statt objektiver Kriterien, die Gewährung von Vorteilen ohne entsprechende Leistungsgrundlage sowie die Konzentration von Einfluss innerhalb eines begrenzten Personenkreises. Dies kann Auswirkungen auf Chancengleichheit, Leistungsprinzip und institutionelles Vertrauen haben.
Werner Eberwein
